Kein Color-Kindle, nirgends? Amazon will Display-Tochter Liquavista den Saft abdrehen

Liquavista electrowetting displayWas für eine (fast) unendliche Geschichte rund um ein stromsparendes Farb-Display made in the Netherlands, das am Ende wohl doch nie auf den Markt kommt: erfunden wurde dieses auf Electrowetting-Technologie basierende Konzept von Philips, dann 2006 ausgegründet unter dem Namen Liquavista, 2011 übernommen von Samsung, dann 2013 an Amazon verkauft. War’s das, oder kommt da noch was?

Statt Farbdisplay wurde monochromes E-Ink weiterentwickelt

Das lange erwartete Kindle mit reflexivem Farb-Display ließ bisher nämlich bei jeder neuen Generation des Readers auf sich warten. Statt Farbe gab es immer höhere Auflösungen des schwarz-weißen E-Ink-Displays, und immer besseren Kontrast. Zugleich wurden hintergrundbeleuchtete LED-Displays für Smartphones und Tablets immer stromsparender, während die Akku-Kapazität wuchs.

Als Amazon Liquavista schluckte, war der Reader-Boom vorbei

Dazu kommt: Als Amazon Liquavista schluckte, war der Höhepunkt des E-Reader-Booms längst überschritten, inzwischen handelt es sich nur noch um einen Nischenmarkt. Das letzte Kapitel könnte sich nun anbahnen: wie der niederländische Tech-Blog Bits&Chips von Brancheninsidern erfahren haben will, plant Jeff Bezos offenbar die Abwicklung des Liquaviste-Standortes in Eindhoven: die Entscheidung sei bereits im letzen Jahr gefallen, bis Ende 2018 soll schrittweise der Betrieb eingestellt werden, die technischen Anlagen werden demontiert und in die USA transportiert.

(Via The Digital Reader sowie Bits&Chips)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

2 Gedanken zu „Kein Color-Kindle, nirgends? Amazon will Display-Tochter Liquavista den Saft abdrehen“

  1. Schade, aber nicht überraschend. Wurde Mirasol eigentlich schon eingestellt? Wurden die nicht von Qualcomm an Apple verkauft?

    1. Ja genau, 2015 von Apple geschluckt, wie auch diverse andere Display-Spezis. Neuerdings wird übrigens gemunkelt, das Apple nun die Displays für iPhone & Co. selbst produzieren will, ähnlich wie die Chips, da könnte also theoretisch in Zukunft dann auch Mirasol-Knowhow drinstecken… (wenn’s nicht auch in der Schublade verschwindet, wie bei Amazon).

Kommentare sind geschlossen.