Home » E-Comics

KDP für Sprechblasen: ComiXology startet Self-Publishing-Plattform

8 Mrz 2013

Gute Nachricht für freischaffende Comiczeichner und Graphic-Novelisten: mit „ComiXology Submit“ startet sozusagen das KDP für digitale Sprechblasen. Denn ähnlich wie Amazons Self-Publishing-Plattform für E-Books richtet sich auch das E-Comic-Pendant speziell an Indie-Autoren, und lockt mit 50 Prozent Tantiemen. Weitere Gemeinsamkeit: hier öffnet der Marktführer die Pforten für neue Inhalte. Die 2009 gestartete Plattform ComiXology ist mit ihren Apps weltweit auf Smartphones und Tablets präsent – von iPhone und iPad bis zum Kindle Fire. Beinahe 100 Millionen Downloads von E-Comics wurden schon gezählt, das Content-Universum umfasst mehr als 30.000 bunte Bildergeschichten.

Für die Betaphase von „ComiXology Submit“ konnten bereits 34 Comic-Zeichner gewonnen werden – darunter Jake Parker („Missile Mouse“), Shannon Wheeler („Too Much Coffee Man“) oder Marc Ellerby („Chloe Noonan Monster Hunter“). Die neue Indie-Linie wird in der ComiXology-App an prominenter Stelle angefeaturet, in einem „Indie Creator Spotlight“ kann man ausgewählte Zeichner kennenlernen. Derzeit sind knapp zwei Dutzend Serien von Comedy, Historie oder Horror bis zur veritablen Graphic Novel im Angebot. Preislich rangieren die Indie-Comics zwischen 89 Cent und 8 Euro, der durchschnittliche Preis liegt bei ein bis zwei Euros.

Zu den besonderen Vorzügen der ComiXology-App gehört die „Guided View“-Technik – in diesem Modus wird man automatisch von Panel zu Panel geführt, die Ansicht zoomt sich automatisch auf die jeweilige Position auf der Seite ein. Das soll vor allem die Lektüre auf Smartphone-Displays und 7-Zoll-Tablets erleichtern, denn so erspart man sich das Einzoomen per Zweifingergeste. Davon können nun auch Indie-Autoren profitieren: Zum Service von ComiXology Submit gehört nämlich die kostenlose Anpassung des hochgeladenen Comics an die Guided-View-Technik.

Überhaupt dürfte der Zugang zum ComiXology-Universum die digitale Vermarktung deutlich erleichtern: bisher setzten viele Comicautoren auf kostenlos zugängliche Webcomics, während die Monetarisierung vor allem über gedruckte Comicausgaben stattfand. Doch auch die müssen natürlich erstmal vorfinanziert werden – hier half in den USA in vielen Fällen die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Mit ComiXology Submit steht nun eine direktere Form der Verwertung zu Verfügung, vorausgesetzt, das eingereichte Material genügt den Qualitätsstandards von ComiXology. Ob auch deutsche Comiczeichner mit dabei sein werden?

Abb.: Screenshot