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„Kauft unser Buch – und zerstört es“: Reverse Crowdpublishing als neues Geschäftsmodell?

10 Aug 2015

shut-down-nouvellaWie weit würden bibliophile Amerikaner gehen, um die „Great American Novel“ vor der Inflation von Kurzstreckentexten zu retten? Globo Books will es wissen: das Globo Management ruft die Kickstarter-Crowd dazu auf, die „Bücher“ des „Verlags“ namens Nouvella zu verbrennen – wie der Name schon nahelegt, veröffentlicht Nouvella keine besonders dicken Schmöker, sondern Kurzromane (engl. Novella). Die Kampagne „Shut down Nouvella“ wäre – falls erfolgreich – der erste „Reverse Kickstarter“ der Crowdfunding-Geschichte.

Schwarmfinanzierte Bücherverbrennung?

Die Unterstützer der aktuellen Rettungs-Kampagne erhalten zwei Titel aus dem 2015er Programm von Nouvella, genauer gesagt „Ciao Suerte“ (Annie McGreevy) sowie „One Day Soon Time will have no Place left to Hide“ (Christian Kiefer) – inklusive einer Anleitung, wie man sie am effektivsten zerstören kann. Also eine schwarmfinanzierte Schwarm-Bücherzerstörung, oder besser gesagt: eine schwarmfinanzierte Pseudo-Selbstzerstörung.

It’s only Guerilla Marketing

Denn Globo Books gibt’s gar nicht. Das Ganze ist eine schräge Guerilla-Marketing-Aktion von … Nouvella selbst. Der 2012 gegründete Mini-Verlag hat sich von Anfang an auf Kleinformate konzentriert (Claim: „Six Inches of Purre Pleasure“), finanziert werden die Titel mit einer Länge von 10.000 bis 40.000 Zeichen via Crowdfunding: zu Beginn jeder Publikationskampagne haben die potenziellen Leser eine Woche Zeit, einen von jeweils 200 Anteilsscheinen am Projekt zu erwerben. Dafür gibt’s dann die Print- und E-Book-Ausgabe – und einen Dankesbrief des Autors.