“Kann das Kindle dein Leben retten?”: E-Reader & Print-Bücher im Ballistik-Test
| 3 Jan 2011 | Ansgar Warner | 4 Kommentare |
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“Can a book save your life?”, fragten sich die PR-gewieften Macher von Electric Literature, des literarischen E-Mags made in Brooklyn/New York. Und wagten den ultimativen Test. Eine Auswahl besonders dickleibiger Bestseller des Jahres 2010 wurde mit einer handelsüblichen (oder besser: haushaltsüblichen?) 9-mm-Faustfeuerwaffe beschossen. Darunter David Mitchells “The Thousand Autums of Jacob de Zoet”, Jonathan Franzens “Freedom”, Rick Moodys “The Four Fingers of Death” und ein Kindle-Reader (2nd Edition). Egal wie dick – die Kugeln kamen durch. Zum Teil gab es sogar hässliche Platzwunden auf dem Buchrücken. Immerhin sorgen 500 Seiten oder mehr für eine gewisse Bremswirkung. Beim Kindle dagegen: glatter Durchschuss. Falls man nicht zusätzlich während der Lektüre eine Kevlar-Weste trägt, geht die Schutzwirkung von E-Readern also offenbar gegen Null. Der einzige Trost: “You’re gonna die quickly with a Kindle.” Wer möchte, kann diese limitierte Sonderedition von Amazons Reader bei E-Bay ersteigern (“Kindle 2 w/bullet holes“) Nicht getestet wurde die Lektüre mit dem iPad – dank einer kostenlosen App kann man Electric Literature nämlich auch auf Apples Tablet lesen. Ob das iPad dank kratzfester Screen-Verglasung und Metall-Chassis besser abgeschnitten hätte als der Plastikkamerad von Amazon?

Wo man auf Bücher schießt, da schießt man bald auch auf Menschen.
Klasse! Bücher als Lebensretter – ganz meine Erfahrung! Bislang hatte sich diese allerdings im imaginären Bereich abgespielt. Schön, dass sie auch physisch funktioniert!
Danke für den wunderbaren Beitrag, Elke
Nun ja, besser als E-Reader sind die gedruckten Schwarten, aber du solltest beachten: auch 1000 Seiten Freedom von Franzen schützen eben nicht vollständig. Die beste Lebensversicherung für das Lesen im Freien (auch in Neukölln) ist ja wohl immer noch der Wohlfahrtsstaat europäischer Prägung…
Ja, ganz genau, möglicherweise sogar mit dem Henry-Heine-Stutzen, deswegen sagte ja auch schon Shakespeare: “Let me have books about me that are fat…”
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