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Kanadas Antwort auf das Kindle: Kobo-Reader startet als preisgünstige E-Ink-Alternative

24 Apr 2010

kobo-reader-kindle-killer-e.gifVielleicht ist der wahre Kindle-Killer gar nicht das iPad, sondern der Kobo-Reader – ein E-Ink-Lesegerät aus Kanada. Kobo klingt nach Japan, ist aber ein Anagramm aus dem Wort Book. Neu buchstabiert wird vom Kobo-Reader vor allem das Konzept des elektronischen Lesens. Das gilt nicht nur für den äußerst niedrigen Preis von 150 Dollar. Auch das Design ist äußerst schlicht, aber gelungen. Anfang Mai kommt der 6-Zoll-Reader in den Handel – vorerst nur in Kanada.

„Get lost in reading, not technology“: Das Design des Kobo-Readers ist schön und einfach

Schön & schlicht: Bedient wird der Kobo-Reader hauptsächlich über einen blauen Multifunktions-Button direkt unter dem Display. Besondere Sorgfalt wurde auch auf das Look&Feel der Benutzeroberfläche gelegt. Der „Shelf-View“ zeigt die E-Bibliothek als virtuelles Bücherregal, ähnlich wie bei iBooks. Verfügbar ist aber auch eine Liste, wahlweise mit oder ohne Coverbildern. Getreu der Devise „Get lost in reading, not in technology“ sind die Optionen stark eingeschränkt – man kann zwischen 5 Zoomstufen wählen und zwischen zwei Schrifttypen, mit Serifen oder ohne. Übersichtlich ist auch die Liste der unterstützten E-Book-Formate. Der Kobo-Reader akzeptiert epub und PDF-Dokumente, sowohl mit wie auch ohne Adobes DRM-Kopierschutz.

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Ein Grund für den günstigen Preis des Kobo-Readers: statt WLAN gibt’s nur Bluetooth

Bemerkenswert ist die Nutzung eines speziellen E-Ink-Effektes – nur der Seitenwechsel verbraucht ja bekanntlich Strom. Wird der Kobo-Reader ausgeschaltet, erscheint auf dem Display das Cover des aktuell gelesenen Buches. Und bleibt dort, bis das Gerät wieder eingeschaltet wird. „Turning off your Kobo eReader is like closing a real book, another reminder your eReader is more book than device“, sagt der Hersteller über dieses Feature. Hundert kostenlose Public Domain-E-Books sind auf dem Kobo-Reader bereits vorinstalliert. Zu weiterem Lesestoff gelangt man auf zweierlei Wegen. Entweder via USB-Kabel, oder drahtlos per Bluetooth-Technik. Ein Grund für den günstigen Preis ist offenbar der Verzicht auf eine WLAN- bzw. UMTS/Mobilfunkschnittstelle. Dafür kann Kobos Kindle-Killer aber auch mit bis zu zwei Wochen Akku-Laufzeit glänzen.

Die Kobo-App bringt E-Books auch auf iPhone, BlackBerry und Android-Smartphones

Das kanadische Kobo-Projekt lässt sich eigentlich am besten mit dem US-Konkurrenten Barnes & Noble vergleichen. Denn hinter Kobo steht vor allem Indigo Books & Music, Kanadas größte Buchhandelskette. Kobo ist aber auch im Internet mit einem plattformunabhängigen E-Bookstore namens Kobobooks präsent. Möglichst viele E-Books, weltweit, auf allen Geräten hat sich das Unternehmen zur Devise gemacht. Neben kommerziellen Titeln gibt es durch die Kooperation mit dem Internet Archive mehr als 1,8 Mio. kostenlose Public Domain-Bücher. Lesen lassen sich via Kobo heruntergeladene E-Books nicht nur auf dem Desktop und zahlreichen E-Readern, sondern dank entsprechender Apps auch auf iPhone, BlackBerry, Palm Pre sowie Android-Smartphones. Der Kobo-Reader selbst kommt in Kanada Anfang Mai in den Handel, ein Datum für den Start in den USA und anderswo gibt es bisher noch nicht.

Kobo-Reader Specs:

  • Größe: 184mm x 120mm x 10mm
  • Gewicht: 221g
  • Display: 6” E Ink mit 8 Graustufen
  • Interner Speicher: 1 GB
  • Externer Speicher: max. 4 GB
  • E-Book-Formate: ePub, PDF, Adobe DRM
  • Schnittstellen: USB, Bluetooth
  • Preis: 150 Dollar (Kanada)