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Kachingle Premium: Macht „Virtual Bundling“ das Freemium-Konzept zur Killer-App?

3 Apr 2012 1 Kommentar

Das Freemium-Prinzip galt lange Zeit als Königsdisziplin der Web-2.0-Geschäftmodelle. Kostenlose Freewareversionen von populären Anwendungen erlauben dabei eine möglichst große Reichweite. Die Refinanzierung findet über Premiumversionen statt, die mit erweiterten Funktionen oder besonderem Service verkauft werden. Bei Anwenderzahlen im Millionenbereich reichen dann oft schon 5 bis 10 Prozent zahlender Kunden aus, um eine App profitabel zu machen. Zu den erfolgreichsten Beispielen gehört die deutsche Antiviren-Software Avira. Doch auch hier stößt die Konversionsrate – also die Zahl der Anwender, die für ein Upgrade das Portemonnaie zücken – letztlich an gewisse Grenzen. Nutzer scheuen den Upgrade-Aufwand, oder haben ganz einfach ein knapp begrenztes Budget.

Vollversionen gebündelt für 5 Dollar pro Monat

Um das zu ändern, kooperiert Avira in Zukunft mit Kachingle Premium, einem Ableger des kalifornischen Crowdfunding-Netzwerks Kachingle. „Virtual Bundling“ heißt dabei das neue Zauberwort, mit dem das von Silicon-Valley-Unternehmerin Cynthia Typaldos gegründete Startup dem Freemium-Modell einen Turbo-Lader verpassen will: „Wir bündeln verschiedene Freemium-Apps und bieten sie für einen konkurrenzlos günstigen Abo-Preis von fünf Dollar pro Monat an“, so Typaldos. „Sobald man Mitglied bei Kachingle Premium geworden ist, kann man die Vollversionen all dieser Anwendungen nutzen.“ Für die gerechte Aufteilung der Abogebühr an die einzelnen Anbieter sorgt Kachingles bereits im Crowdfunding-Sektor bewährte Micropayment-Engine – entscheidend ist, wie oft die User monatlich eine bestimmte App genutzt haben. Das macht Kachingle Premium auch für Content-Anbieter interessant – egal ob es um Abo-Konzepte für Musik, Nachrichten oder E-Books geht.

“Gigantisches Netzwerk”: 150 Mio. potentielle Nutzer

Mit mehr als 100 Millionen Avira-Freemium-Anwendern wird von Anfang eine riesige Zahl potentieller Kachingle-Premium-Kandidaten zur Verfügung stehen – statt der Option eines Upgrades für 29 Dollar pro Jahr wird ihnen demnächst mit Kachingle Premium dieselbe Leistung zum monatlichen Preis von 5 Dollar angeboten – verbunden mit der Aussicht, zu diesem Preis viele weitere Apps nutzen zu können. Insgesamt erwartet Kachingle CEO Fred Dewey, dass beim Start von Kachingle Premium bereits 150 Millionen Nutzer von bis zu 20 verschiedenen Apps angesprochen werden – denn man ist bereits mit weiteren Unternehmen im Gespräch. „Wir hören immer wieder von Web- und PC-App-Anbietern, dass sie an einem größerem Publikum interessiert sind. Die Bundling-Strategie bringt uns genau dahin, denn sie setzt einen Netzwerk-Effekt in Gang. Die Anbieter haben über Kachingle Premium von Anfang an Zugang zu einer gigantischen Menge von Nutzern.“

Profitiert auch Kachingles Crowdfunding-Medaillon?

Netzwerk-Effekte wird es zudem auch zwischen der bisherigen Kachingler-Gemeinde und den Kachingle-Premium-Usern geben. Denn Gründerin Cynthia Typaldos setzt auf das Prinzip „two subscriptions, one memberhip“. Wer bereits über das klassische Crowdfunding-Medaillon von Kachingle einzelne Webseiten unterstützt, kann mit einem Klick in Kürze auch in den Genuss der Kachingle Premium-Mitgliedschaft kommen. Der umgekehrte Effekt dürfte aber wohl angesichts von 150 Millionen potentieller Premium-Aspiranten weitaus größer sein – über die Freemium-Schiene könnte das zahlenmäßig noch begrenzte Crowdfunding-Netzwerk einen kräftigen Schub neuer Kachingler bekommen. Das wäre auch höchste Zeit. Dennn obwohl Kachingle deutlich länger am Markt als Flattr ist, wurde es längst von der schwedischen Konkurrenz überholt.

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