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Jugend, Information, (Multi-)Media – oder: Liest die Gen Z eigentlich noch?

19 Apr 2016 2 Kommentare

JIM-Studie-2015Smartphone und mobile Internet-Nutzung haben die Medienwelt der um die Jahrtausendwende geborenen Teenager — kurz: Generation bzw. Gen Z — radikal verändert. Denn was iPhone oder Android-(zumeist: Samsung-)Phone betrifft, herrscht bei den 12 bis 19 Jährigen quasi Vollausstattung. 95 Prozent der Jungen und Mädchen in dieser Altersgruppe haben laut der letzten JIM-Studie des mpf (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) schon eins, gegenüber 60 Prozent bei tragbaren Spielekonsolen, 58 Prozent bei Tablet-PC und 24 Prozent bei E-Readern. Ein Hardware-Fuhrpark, der die Gen Z auch zum „Zielgruppen-Gold“ der Buchbranche macht — wenn man es denn schaft, sie zu erreichen (& neben Büchern auch Games im Angebot hat…).

Smartphone über alles, alles durch’s Smartphone

Es lohnt sich deswegen natürlich, genauer zu wissen, was die potentiellen Kunden ihren Geräten alles so anstellen. Und genau das verrät die Studie zum Thema „Jugend, Information, Multi-Media“ auch sehr ausführlich. So nutzen beispielsweise 80 Prozent mehrmals täglich das Web, 60 Prozent hören MP3-Musik, 50 Prozent sehen fern, 25 Prozent spielen Games, … drei Prozent lesen E-Books. Addiert man die Angaben der Rubrik „Mehrmals pro Woche“, erreichen E-Books einen Wert von 6 Prozent. Das besondere an diesen Daten: sie wurden „unabhängig vom Verbreitungsweg“ abgefragt. Da 90 Prozent der Befragten als häufigstes Gerät ihr Smartphone nutzen, erreichen die meisten Medien-Inhalte sie also auch über das Touchscreen in den Händen.

Print-Bücher deutlich beliebter als E-Books

Zur Ehrenrettung der Post-Millenials muss man aber hinzufügen: 36 Prozent lesen auch gedruckte Bücher, 25 Prozent gedruckte Zeitungen. Nach Geschlechtern getrennt lässt sich das Leseverhalten noch weiter differenzieren: die Quote der Bücherleserinnen bzw. E-Book-Leserinnen ist jeweils doppelt so hoch wie die der männlichen Leser (45 statt 25 sowie 8 statt 3 Prozent). Fragt man die Nachwuchs-Konsumenten, welche Medien ihnen wichtig sind, stehen Bücher immerhin an fünfter Stelle, hinter Internet, Musik, Handy und Radio. Wobei Mädchen wiederum das Lesen deutlich wichtiger finden als Jungen — sie schätzen das Fernsehen leicht, das Gaming deutlich deutlich wichtiger ein als Bücher.

Jüngere Jugendliche lesen häufiger

Lesen gilt ja auch im Webzeitalter als eine der zentralen Schlüsselkompetenzen — zumindest die Lektüre von Büchern nimmt aber zwischen 12 und 19 Jahren kontinuierlich ab. Im Alter von 12 bis 13 Jahren schmökern noch 40 Prozent der Jugendlichen mehrmals pro Woche, mit 18 bis 19 Jahren nur noch 29 Prozent. Die durchschnittliche Lesedauer pro Tag wurde auch erhoben, bei Jungen beträgt sie 54 Minuten pro Tag, bei Mädchen 73 Minuten. Gefragt nach der Lieblingslektüre steht ganz oben Fantasy vom Herrn der Ringe über Harry Potter bis Erebos. Gerade Jungen schätzen auch die Bücher zum Videospiel „Assasin’s Creed“.

Peer-Group wichtig für Buch-Discovery

Wie bei der iPhone-Generation die Buch-„Discovery“ stattfindet, lässt sich übrigens anhand der JIM-Daten unschwer erraten: natürlich auch im Web, aber wohl vor allem offline — denn die wichtigste „non-mediale“ Freizeitaktivität hieß auch 2015 bei 78 Prozent aller Jugendlichen immer noch: „Täglich/Mehrmals pro Woche mit Freunden treffen“. Allerdings waren es vor zehn Jahren noch 88 Prozent. Ebenfalls nicht ganz zu unterschätzen: immerhin 4 Prozent gehen mehrmals wöchentlich in die Stadtbibliothek, daran hat sich nichts geändert.

(via pubiz.de)

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