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Ortstermin im Ligusterweg Nr. 4: Pottermore für alle Nutzer offen

17 Apr 2012 Ansgar Warner 0 Kommentare

Die Zeit der exklusiven Beta-Tester ist endgültig vorbei: Seit dem Wochenende hat J K Rowlings Pottermore-Plattform ihre Pforten für alle Nutzer geöffnet. Willkommen also im Ligusterweg Nummer vier: Die Welt Harry Potters lässt sich nämlich auch in deutscher Sprache erforschen. Momentan dreht sich alles noch um „Harry Potter und der Stein der Weisen“, Band 1 der siebenteiligen Romanserie. Die Fangemeinde kann auf Pottermore multimedial aufbereitete Szenen aus jedem Kapitel – ähnlich wie in einem Point-and-Click-Adventure – mit dem Mauszeiger erkunden. Neben Hintergrundinformationen zur Geschichte lassen sich verschiedene Gegenstände finden, Zaubersprüche sammeln und Zaubertränke brauen. Gleichzeitig ist Pottermore eine soziale Plattform, auf der sich die einzelnen Zauberlehrlinge anfreunden, austauschen und ihre Zauberkräfte in interaktiven Duellen messen können.

Deutsche E-Book-Version startet später

Aus Gründen des Kinder- und Datenschutzes ist man in Pottermore nicht mit dem „Klarnamen“ unterwegs. Während des Registrierungsvorgangs wählt man aus einer Handvoll automatisch generierter Benutzernamen ein passendes Pseudonym aus. Die Pottermore-Community dürfte dynamisch wachsen, bereits im Beta-Betrieb waren knapp eine Million Benutzer auf der Plattform unterwegs. Der große Ansturm zwang die Betreiber dann erstmal zu technischen Anpassungen, der ursprünglich für Oktober 2011 angekündigte Start wurde immer wieder hinausgeschoben. In letzter Konsequenz geht’s bei Pottermore natürlich um Merchandizing – auch der Pottermore-Shop ist bereits seit zwei Wochen online. Alleine an den ersten drei Tagen wurden E-Books und Audiobook im Wert von mehr als 1,5 Mio. Dollar verkauft. Deutsche Übersetzungen werden im Pottermore-Shop zur Zeit allerdings noch nicht angeboten.

Stein der Weisen in punkto Selbstvermarktung

Aus Autorenperspektive hat J K Rowling mit Pottermore in punkto Selbstvermarktung zweifellos den Stein der Weisen gefunden: sie kontrolliert nicht nur die elektronische Vermarktung ihrer Bestseller-Romane, sondern organisiert nun mit Unterstützung von Sony auch die weltweite Fan-Community. Für besonderes Aufsehen in der Buchbranche sorgte die Tatsache, dass sogar ein Gatekeeper wie Amazon auf J K Rowlings Exklusivitätsanspruch einging – die Kindle-Versionen von Harry Potter sind zwar im Kindle-Store gelistet, der eigentliche Verkauf findet jedoch im Pottermore-Shop statt. Auch Barnes&Noble kroch unter dieses kaudinische Joch. Apple dagegen verweigerte sich – und muss nun hinnehmen, dass die Geisterwelt für iBooks vorerst verschlossen bleibt.

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