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Jenseits des Hype-Cycles, oder: Gefühlte und reale Buchbranchen-Digitalisierung

29 Mai 2017 0 Kommentare

ebook-evolution-am-anfang-und-am-ende-freie-text-zirkulationIn einem langen Interview auf Buchreport blickt E-Book-Pionier Hans Kreutzfeldt (Kreutzfeldt Digital) – der schon ab 1991 Lexika auf Mini-CD-Roms für den Sony Data Discman herausbrachte – nicht nur zurück, sondern auch nach vorn: welche neuen Impulse braucht der E-Book-Sektor, um weiter zu expandieren? Mehr Angebote für Vielleser zum Beispiel, meint Kreutzfeldt, von besseren Sachbuch-Apps bis hin zu mehr Streaming-Inhalten. Und Nina Kreutzfeldt ergänzt im selben Interview: hardwaremäßig sei zwar nicht mehr viel zu erwarten, farbige E-Ink-Displays könnten aber nochmal frischen Wind in die Branche bringen, wenn sie denn endlich kommen.

„Nicht jeder digitale Buchinhalt heißt E-Book“

Das komplette Gespräch steht unter der Überschrift „Der Niedergang des E-Books ist Quatsch“ – und das ist wohl auch die spannendste These: „Nicht jeder digital verfügbare Buchinhalt heißt heute noch E-Book“ – auch viele Apps, Fachdatenbanken und digitale Lernmedien hätten das Print-Buch ergänzt und würden immer weiter entwickelt, so Hans Kreutzfeldt. Mit anderen Worten: der eingeengte Blickwinkel auf die Umsatzzahlen „normaler“ E-Books im Sachbuch- und Belletristik-Bereich täuscht über den tatsächlichen Wandel der Buchbranche hinweg.

Und letztlich zeigt die Karriere von Kreutzfeldt & Kreutzfeldt natürlich auch: vom Auf und Ab des E-Book-Hype-Cycles darf man sich erst recht nicht in die Irre führen lassen, die reale Digitalisierung der Gutenberg-Galaxis verläuft eben viel kontinuierlicher als die gefühlte Digitalisierung…

Abb.: Flickr/Markus Kison (cc-by-nc-sa-2.0)

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