Japanische Zeitungen setzen in der Krise auf das iPhone

Während in den USA und in Europa jede Zeitung für sich stirbt, rückt man in Asien zusammen. Wie readwriteweb.com berichtet, versuchen nun drei große japanische Zeitungen, gemeinsam der Krise zu trotzen. Dabei setzen sie voll auf das iPhone. Die drei Zeitungen betreiben bereits über das NikkeiAsahi-Yomiuri-Netzwerk eine gemeinsame Website. Dort konnte man schon seit einiger Zeit die Artikel der jeweiligen Ausgaben online lesen. iPhone-Besitzer können aber jetzt noch mehr: Über eine neue iPhone/iPod Touch-Anwendung können sie nun auf den Content auch mobil zugreifen. Die User greifen also über ein einziges Browserfenster auf den Inhalt von drei verschiedenen Redaktionen zu. Die entsprechende iPhone-App ist in kürzester Zeit zu den am meisten heruntergeladenen Programmen des japanischen App-Stores avanciert. Bei den Bewertungen sieht es nicht ganz so gut aus. Das liegt wohl daran, dass man keinen Artikel-Volltext präsentiert bekommt, sondern nur Zusammenfassungen. Zusätzliche Einnahmen verschafft
dieser Service den Zeitungen bis auf weiteres noch nicht, man hofft offenbar ähnlich wie in Europa, mit Internet- und Mobil-Anwendungen die Auflagen der Printversion zu steigern. Während man in Europa jedoch auf so einen Effekt noch hoffen muss, zeigen die traditionell handyverrückten Japaner im Bereich E-Books tatsächlich eine solche mediale Parallelaktivität. Sind Romane als elektronische Version auf dem Mobiltelefon erfolgreich, steigen auch die Verkaufszahlen der Printversion.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".