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iPad kein Kindle-Killer: Marktforscher sehen friedliche Koexistenz von E-Reader & Tablet

23 Mrz 2012 Ansgar Warner 2 Kommentare

Tablets wie das iPad gelten als potentielle Kindle-Killer. Doch eine aktuelle Marktstudie des Beratungsunternehmens Pricewaterhouse Coopers (PwC) gibt nun Entwarnung: E-Reader-Hersteller müssen keine Angst vor Kannibalisierungseffekten zwischen den mobilen Geräte-Kategorien fürchten. Zwar lesen gut sechs von zehn deutschen Tablet-Nutzern gelegentlich auch elektronische Bücher auf ihrem Flachrechner. Trotzdem möchte die Mehrzahl der schmökernden Tablet-Besitzer hierzulande nicht auf einen zusätzlichen E-Book-Reader verzichten. Satte 40 Prozent von 500 befragten Tablet-Anwendern nannten zusätzlich auch einen spezialisierten E-Reader ihr Eigen. Außerdem ist jeder fünfte, der bislang keinen E-Reader besitzt, weiterhin am Kauf eines Lesegerätes interessiert.

Lesen auf dem Tablet als “Einstiegsdroge”

Damit bestätigt sich ein bereits aus den USA bekannter Trend – die vergleichsweise niedrigen Preise für E-Ink-Geräte machen den Kauf eines zusätzlichen E-Readers auch für Tablet-Anwender attraktiv. Tablets wirken für das elektronische Lesen offenbar geradezu als „Einstiegsdroge“: „Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere These, dass Tablets an digitale Bücher heranführen und Vielleser dann zum spezialisierten Gerät greifen. Dennoch sind auch Tablets eine interessante Plattform für das E-Book, wenn Verlage die Möglichkeiten der Geräte konsequent nutzen“, so Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. Die Zahl der E-Reader in deutschen Haushalten liegt mittlerweile bei 1,6 Millionen, rechnet man lesefähige Tablets hinzu, kommt man insgesamt auf 3,2 Millionen Lesegeräte.

E-Leser erwarten Preisvorteil gegenüber Print

Der Tablet-Boom hilft der Buchbranche offenbar vor allem dabei, jüngere Leser als neue Kunden zu gewinnen. Der PwC-Umfrage zufolge verbringt jeder fünfte Tablet-Nutzer zwischen 16 und 29 Jahren mehr Zeit mit Büchern, seitdem er ein solches Gerät besitzt. Dabei stehen in dieser Zielgruppe die E-Books im Fokus: Fast 50 Prozent der jüngeren Befragten greifen seltener zu Taschenbuch und Hardcover als vor Anschaffung des Tablets. Insgesamt liest etwa jeder dritte Tablet-Besitzer seltener oder gar keine gedruckten Bücher mehr. Gerade bei den Twenty-Somethings wächst zudem die Zahlungsbereitschaft für elektronischen Lesestoff: nur 11 Prozent der Konsumenten unter 29 Jahren gaben an, kein Geld für E-Books auf dem Tablet ausgeben zu wollen. Doch über den Tisch ziehen lassen möchten die Nachwuchsleser sich dabei aber nicht – sie erwarten einen erkennbaren Preisvorteil gegenüber dem gedruckten Buch.

Abb.: flickr/Kodomut

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