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Internet-Buchhandel wächst, Preise fallen: E-Books sind aber nicht schuld

6 Jul 2009

internet-buchhandel-waechst-preise-sinken-e-books-sind-nicht-schuld_bild_pixelio_andreas-morlokDie Wirtschaftskrise findet auf dem Buchmarkt nicht statt: in den ersten Monaten von 2009 gab es hierzulande sogar 1,4 Prozent mehr Umsatz. Das zeigen die aktuellen Marktdaten, die der Börsenverein des deutschen Buchhandels am Wochenende vorgelegt hat. Warum sind die Schmöker so krisenfest? Ganz einfach: Bücher sind laut Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis eben „preiswerte Genußmittel mit hoher Wertschätzung“. Ob das auch für E-Books gilt, weiß der Börsenverein allerdings nicht. Doch einiges spricht dafür: Die Leser kaufen immer stärker online ein. Angeführt von Amazon und Weltbild machte der Internet-Buchhandel sogar ein Plus von 20 Prozent. Ein Teil der Online-Umsätze im deutschen Buchhandel dürfte mittlerweile auf den Download von E-Books zurückgehen. Es könnten sogar viel mehr sein, würden viele Verlage nicht auf die Bremse treten:

E-Books sind für den Börsenverein in mancher Hinsicht noch keine echten Bücher

Anders als in den USA oder Großbritannien sind hierzulande nur wenige Titel aus den Bestseller-Listen als E-Book erhältlich. Das liegt nicht nur an technischen Problemen bei der Digitalisierung. Ein wichtiger Grund für die Zurückhaltung vieler Verlage ist die Sorge um fallende Preise. Tatsächlich ist der Durchschnittspreis für Bücher in Deutschland auf unter 13 Euro gesunken. Allerdings haben E-Books am Preisverfall nur geringen Anteil. Der Börsenverein hält den E-Buch-Sektor für marginal: „Wir verdienen unser Geld nach wie vor mit Büchern und Zeitschriften“, so Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Womit natürlich gedruckte Titel gemeint sind. Der Dünkel gegenüber E-Books hat aber seine Grenzen: wenn es um die Buchpreisbindung geht, versteht man beim Börsenverein unter „Büchern“ selbstverständlich auch die elektronische Fassung.

Bild: Pixelio/Andreas Morlok