Internet Archive kommt auf’s iPhone: Kobo-App bietet 1,8 Mio. E-Books gratis

kobo shortcovers e-book e-reader iphone.pngMöglichst viele E-Books, weltweit, auf allen Geräten – das ist die Devise von Kobo (ehemals Shortcovers), einem plattformunabhängigen E-Book-Store mit Sitz in Kanada. Neben kommerziellen Titeln gibt es durch die Kooperation mit dem dem Internet Archive mehr als 1,8 Mio. kostenlose Public Domain-Bücher. Lesen lassen sich via Kobo heruntergeladene E-Books nicht nur auf Desktop und E-Reader, sondern dank entsprechender Apps auch auf iPhone, BlackBerry, Palm Pre sowie Android-Smartphones.

„Die Bibliothek von Alexandria für das digitale Zeitalter“


„Mehr als eine Million App-Downloads“ – diese Nachricht klingt nach Apple oder Amazon, doch sie betrifft tatsächlich Shortcovers. Der von Toronto/Kanada aus operierende E-Book-Anbieter ging im Februar 2009 an den Start – mit dem Ziel „E-Books anytime, anyplace“ anzubieten: vom Desktop über E-Reader bis hin zum Mobiltelefon. Zukünftig hat man mehr als 2 Millionen Titel im Angebot – denn diese Woche wurde die Kooperation mit dem Bookserver Project des Internet Archives bekanntgegeben. Michael Tamblyn von Shortcovers verglich das Projekt mit einer „Bibliothek von Alexandria für das Digitale Zeitalter“. Die ambitionierte Initiative des Internet Archives soll das Auffinden, Verleihen und Verkaufen von Büchern über das Internet ermöglichen – und zwar unabhängig von Quasi-Monopolisten wie Amazon oder Google. Durch die Zusammenarbeit mit der E-Publishing-Plattform Smashwords können Autoren ihre Werke in Zukunft auch direkt bei Shortcover/Kobo vermarkten – ohne den Umweg über einen Verlag. „Wir glauben daran, dass man sowohl mit Leidenschaft Buchhändler sein kann und zugleich für offene Standards“, so Tamblyn. Das Bookserver Project bringt übrigens auch Vorteile für Nutzer von bisher isolierten Gerätestandards wie dem Kindle-Reader – denn seit kurzem wird auch Amazons proprietäres .mobi-Format unterstützt.

Kobo klingt japanisch, ist aber das Anagramm von „Book“


Wer „shortcovers.com“ in die Adresszeile seines Browsers eingibt, landet allerdings seit dieser Woche auf einer ganz neuen Seite – Kobobooks. Kobo klingt auf den ersten Blick japanisch, ist aber ganz einfach ein Anagramm des Wortes „Book“. Der Neustart von Shortcovers alias Kobo hat auch einen finanziellen Hintergrund: Hinter Kobo steht nämlich ab jetzt neben Indigo Books & Music u.a. auch der us-amerikanische Buchhandels-Riese Borders. Zu den wichtigsten Zielländern von Kobo gehören neben der USA und Kanada auch Europa, Australien, Neuseeland sowie Hong Kong.

Kobo kennt kein Paypal: Ohne Kreditkarte geht leider gar nichts…


Um kommerzielle Titel im epub-Format zu lesen, ist wie bei anderen Anbietern auch der Einsatz von Adobe Digital Editions notwendig. Public-Domain-Titel lassen sich dagegen in vielen Fällen direkt auf Desktop oder Mobiltelefon herunterladen oder zumindest im Browser online lesen. Voraussetzung ist eine Registrierung bei Kobo, für die man E-Mail-Adresse, Geburtsjahr und Geschlecht angeben muss. Die Bezahlung von kommerziellen Titeln funktioniert allerdings bisher nur über VISA/Mastercard, doch bei Kobo denkt man zumindest über eine PayPal-Option nach. Ähnlich wie im Fall von Amazon schränken außerdem Copyright-Bestimmungen den weltweiten Vertrieb bestimmter Titel ein. Der Schwellenpreis von 9,99 Dollar für einen Bestseller wie Dan Brown etwa klingt verlockend – doch auch via Boko ist dieser Titel leider nicht in Deutschland erhältlich.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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