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[Indie-Lounge] “Schreiben, Marketing, Netzwerkpflege: das ist ein Vollzeitjob” – Elke Bergsma im Interview

3 Jun 2014 1 Kommentar

Indie-Lounge lädt die besten Indie-Autoren ein. Erfolgreiche, bekannte und besondere Self-Publisher erzählen von sich, geben Tipps für Autorenkollegen und machen Lust auf ihre Bücher. (Kontaktadresse für Vorschläge & Anregungen: klaus.seibel[at]indie-lounge.net)
Volker Ferkau Nika Lubitsch Hanni Münzer Michael Meisheit Cathy McAllister Matthias Matting Sarah Saxx Poppy J. Anderson Monika-Dennerlein


Heute begrüßen wir in der Indie-Lounge Elke Bergsma. Schon 2007 hat Elke begonnen zu schreiben, dann kam der Self-Publishing-Boom: inzwischen hat sie sieben E-Books herausgebracht, die es alle in die TOP 100 der Kindle-Charts geschafft haben. Ihre Spezialität sind Regionalkrimis aus Ostfriesland: die Geschichten rund um das Ermittlerduo David Büttner und Sebastian Hasenkrug wurden schon 200.000 mal downgeloaded. „Das Teekomplott“ stand sogar drei Wochen lang auf Rang 1, was für einen Regionalkrimi sehr außergewöhnlich ist. 



“Meine Erfahrung im PR-Bereich war wertvoll”


Elke, was fasziniert dich an Regionalkrimis?

An Regionalkrimis gefällt mir, dass ich beim Schreiben wieder in meine eigene Kindheit und Jugend in Ostfriesland versetzt werde. Ich liebe meine Heimat und die Menschen, die dort leben. Ich freue mich, ihnen ein paar schöne und hoffentlich authentisch anmutende Geschichten schenken zu können.

Eigentlich hast du gar nicht mit einem großen Erfolg gerechnet, aber dann ist er gekommen. Wie fühlt sich sowas an?

Ganz fantastisch, klar. Wenn auch immer noch ein wenig unwirklich. So in etwa muss sich wohl Aschenputtel gefühlt haben.

Du warst selbstständige PR-Beraterin, bist also Werbeprofi. Wie machst du Werbung für deine Bücher? Was sind deine wichtigsten Kanäle?

Meine Erfahrung im PR-Bereich war für die Vermarktung meiner Bücher insofern sehr wertvoll, als ich schon einen gewissen Überblick über die PR-Möglichkeiten hatte, wichtige Kontakte zur Presse oder auch zu Grafikern mitbrachte und somit gleich loslegen konnte, ohne lange überlegen zu müssen, wie es geht. Dennoch gab es auch bei mir bisher nicht DAS abgefahrene Werbekonzept, sondern ich beschränke mich nach wie vor auf Facebook, Twitter, Homepage mit Blog, Pressemitteilungen und Lesungen.


“Nennen wir es mal Vollzeitjob”


Wie viel Zeit investierst du etwa pro Woche in Schreiben, in Marketing, Pflege deines Netzwerks?

Jo. Gute Frage. Nennen wir es mal Vollzeitjob.

Was hat sich in deinem Leben durch das Schreiben/deinen Erfolg verändert?

In erster Linie, dass ich jetzt den Job habe, von dem ich immer geträumt habe, und örtlich, zeitlich und finanziell unabhängig bin. Ansonsten bin ich immer noch ich und hoffe auch, dass es so bleibt.

Für einen Erfolg spielen viele Faktoren eine Rolle. Welche zwei oder drei Faktoren siehst du als die wichtigsten an, die deinen Erfolg getragen haben?

1. Ich habe an meinem Traum festgehalten 2. Ich habe Bücher geschrieben, die den Menschen gefallen 3. Ich habe Amazon kdp entdeckt 4. Meine Leserinnen und Leser sind ganz wunderbar.

Dein wichtigster Tipp für Autorenkollegen:
Glaubt an Euch und gebt nie auf!

Was hat dir geholfen, im Schreiben besser zu werden?

Die Rückmeldungen meiner Leserinnen und Leser.

Du bist unabhängiger Selfpublisher. Was findest du besonders gut dabei? Was stört dich?

Die Frage impliziert bereits die Antwort: Das Beste am Selfpublisher-Dasein ist die Unabhängigkeit. Ich schreibe und veröffentliche, was ich will, wie ich will und wann ich will. Was mich daran stört? Derzeit gar nichts.

Was könnte dir die Arbeit als Selfpublisher erleichtern?

Ein/e Sekretär/in, der/die meine Ablage organisiert ;) Papierkram ist nicht so mein Ding.


“Noch 70 Seiten, dann ist der nächste Krimi fertig”


Du hast viel Ablehnung von Verlagen erfahren. Wenn jetzt ein großer Verlag käme, könnte der dich verführen, dein Self-Publisher-Dasein aufzugeben? Und was müsste er dafür tun?
Ich glaube, dieser Verlag müsste sich eine Menge einfallen lassen, um mich zu überzeugen. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

Wenn dich ein neuer Leser kennen lernen möchte, welches deiner Bücher würdest du ihm als Start in deine Bücherwelt empfehlen?

Ja. Genau. Eines von mir.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Worauf können sie sich freuen? Was ist dein nächstes Projekt?

Mein Ermittlerduo Büttner/Hasenkrug ermittelt schon wieder, bis zur Lösung brauchen die beiden noch ca. 70 DIN A4-Seiten. Bis zum Juli werden sie das wohl schaffen. Im August erscheint „Das Teekomplott“ als Hörbuch, im September mein Liebesroman „Single, alleinerziehend …“ in Neuauflage bei Amazon Publishing.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?

Dafür brauche ich nur vier Wörter: Ihr seid der Wahnsinn!

Ganz herzlichen Dank, Elke. Du hast mit deinen Büchern schon viele Leser gefesselt – und es werden sicher noch mehr werden. Das wünsche ich dir jedenfalls.

Wer mehr über Elke Bergsma erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Homepage besuchen: www.elke-bergsma.de

Noch eine Meldung in eigener Sache: Im Juli wird es eine kleine Sommerpause geben, damit ich fit bin, mein neues Buch bis Herbst fertig zu bekommen. Bis dahin kann man ja die Zeit mit Lesen überbrücken, z. B. mit einem Ostfriesenkrimi, was ja gut zum Sommerfeeling passt.
Viele Grüße – und auch Ihnen eine schöne, erholsame Sommerzeit,
Klaus Seibel.

Ein Kommentar »

  • Clemens Pelz schrieb:

    Danke für den tollen Beitrag. Frau Bergsma hat absolut Recht. Es ist nicht nur ein Vollzeitjob, sondern eine Leidenschaft, die nur Wenige bereit sind einzugehen. Dafür Hut ab :)