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[Indie-Lounge] “Ich liebe Geschichten, die mir unter die Haut gehen” – Sarah Saxx im Interview

30 Okt 2013 0 Kommentare

Indie-Lounge lädt die besten Indie-Autoren ein. Erfolgreiche, bekannte und besondere Self-Publisher erzählen von sich, geben Tipps für Autorenkollegen und machen Lust auf ihre Bücher. (Kontaktadresse für Vorschläge & Anregungen: klaus.seibel[at]indie-lounge.net)
Volker Ferkau Nika Lubitsch Hanni Münzer Michael Meisheit Cathy McAllister Matthias Matting Sarah Saxx Poppy J. Anderson Monika-Dennerlein


Heute zu Gast in der Indie-Lounge: Shooting-Star Sarah Saxx. Ihr allererster Roman „Auf Umwegen ins Herz“ hat es in Amazons Kindle-Store in nur achteinhalb Tagen vom Upload des E-Books bis auf Rang #1 geschafft – und ebenso schnell 40 Fünf-Sterne-Bewertungen ergattert. Auch der Vorlauf fand ohne große Umwege statt: Begonnen mit dem Schreiben der Geschichte hatte die mit ihrer Familie in Oberösterreich lebende Autorin nämlich erst im April 2013. Ein fulminanter Start für eine Neueinsteigerin…


“Durch Werbung zusätzlich gepushed”


Sarah, wie ist es dir ergangen, als dein Buch auf Rang #1 geschossen ist?
Der Moment hat mich einige wertvolle Stunden Schlaf gekostet ☺ Ich bin um halb sechs in der Früh aus einem der Kinderzimmer gekommen und warf (wie immer) einen Blick aufs Ranking (Ja, das macht tatsächlich süchtig!). Als ich überall die Eins sah, war es natürlich vorbei mit der Müdigkeit! Ich verschickte sofort SMS an all meine Liebsten – wäre es nach mir gegangen, hätte ich sie alle sofort angerufen. Aber so blieb mir nichts anderes übrig, als breit grinsend wach zu liegen und zu warten, bis sich die ersten retour meldeten.

Du hast auf Anhieb viele Leser erreicht. Wie hast du deine Leser auf dein Buch aufmerksam gemacht?
Wie ich das gemacht habe? Ich hab tatsächlich keine Ahnung! Natürlich habe ich auf Facebook und Twitter regelmäßig gepostet und mein Buch beworben. Aber ich denke, da bin ich nicht alleine – so ziemlich alle Self Publisher, mit denen ich vernetzt bin, nutzen die Social Networks für ihre Werbezwecke. Auf xtme.de hab ich in Zusammenarbeit mit Johannes zum Winkel mein Buch vorgestellt, da war es aber bereits in den Top 20. Diese Werbung hat sicherlich noch einmal zusätzlich gepushed. Aber in die Top 20 bin ich mit meinem Buch von selbst gekommen, was mich besonders stolz macht. Hab wohl alles richtig gemacht auf dem Weg dorthin ☺

Wie bist du auf die Idee zu diesem Buch gekommen?
Ich liebe Geschichten, die mir unter die Haut gehen. In der Zeit daheim bei meinen Kindern hatte ich zu meinem Glück wieder mehr Zeit, um zu lesen. Irgendwann kam dann der Kindheitstraum, selbst ein Buch zu schreiben, wieder an die Oberfläche. Ich wollte dabei alles das in die Zeilen packen, das ich selbst auch beim Lesen liebe. Meine Leser sollen lachen, sie sollen das Verliebtsein und den Herzschmerz spüren. Außerdem wollte ich die Geschichte in Österreich spielen lassen und da hat sich Linz als meine Geburtsstadt natürlich perfekt angeboten.


“Man muss an einer Geschichte dranbleiben”


Wann hast du angefangen, das Buch zu schreiben?
Die ersten Zeilen dazu begann ich heuer im April zu schreiben. Das Wort „Ende“ konnte ich zweieinhalb Monate später darunter setzen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich wirklich konsequent jeden Abend geschrieben habe. Manchmal lief es wirklich gut und ich schaffte viele Seiten auf einmal und manchmal hatte ich nicht so besondere Tage – an denen schrieb ich nur drei Zeilen. Aber ich denke, dass gerade dieses „dranbleiben“ die Geschichte rund machte. Hätte ich über viele Monate oder vielleicht sogar Jahre am Buch gearbeitet, wäre das Ergebnis vielleicht gar nicht so zufriedenstellend geworden. Ich bin grundsätzlich sehr ungeduldig und womöglich hätte ich den Elan im Laufe der Zeit verloren, wenn ich nicht den täglichen Fortschritt gesehen hätte.

Warum hast du keinen Verlag gesucht? Wirst du das jetzt oder beim nächsten Mal tun?
Gute Frage. Das hat eigentlich mehrere Gründe. In erster Linie wollte ich alles selbst machen, selbst in der Hand haben, selbst steuern können. Ich wollte mich in keine Schiene zwängen lassen, mich (als Grafikerin) womöglich über ein Cover ärgern, das mir nicht gefällt, unter Zeitdruck stehen, um die Abgabetermine einhalten zu können (das ginge bei mir gar nicht mit zwei kleinen Kindern – oder besser gesagt: Ich möchte das meiner Familie nicht zumuten. Den Zeitdruck mach ich mir lieber selbst). Ob ich in Zukunft irgendwann einmal mit einem Verlag zusammenarbeiten werde, kann ich noch nicht sagen. Ausschließen möchte ich es nicht, es wäre auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Aber ich bin Indie – und glücklich ☺

Wie viel Zeit hast du etwa pro Woche in Schreiben investiert? Wie viel in Marketing, Pflege deines Netzwerks?
Pro Woche 40 Stunden und mehr. Wie viel ich worin investiert habe, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Ich hab einfach jeden Tag das gemacht, auf das ich Lust hatte. Hatte mich die kreative Welle gepackt, so hab ich geschrieben. War die Konzentration überall, nur nicht bei mir, hab ich mich mit den Social Networks abgelenkt und mich in einigen Foren (übers Veröffentlichen) schlau gemacht.


“Ich möchte auf jeden Fall weiterschreiben”


Warum hast du ein Pseudonym gewählt?
Weil ich einen klaren Trennstrich zwischen Familie und Buch ziehen will.

Was motiviert dich zum Schreiben?
Bisher – die Hoffnung, schöne Gefühle in den Menschen zu wecken, die mein Buch lesen werden. Zukünftig – die Bestätigung, schöne Gefühle in meinen Lesern geweckt zu haben. Nenne mir eine bessere Motivation als so viele positive Rückmeldungen auf das, was ich bisher geschaffen habe ☺

Was wirst du nach diesem großen Erfolg machen? Bleibt Autorensein „nur“ ein schönes Hobby? Hast du ein Ziel oder einen Traum?
Mein Buch ist noch nicht einmal einen ganzen Monat auf dem Markt. Jetzt schon Entscheidungen zu treffen, die sich über Jahre hinweg ziehen, ist doch sehr gewagt. Ich muss ja erst einmal den großen Erfolg realisieren! Dass mir die Arbeit am Buch Spaß gemacht hat und ich auf jeden Fall weiter schreiben möchte, steht außer Frage. Ob ich in fünf Jahren immer noch die Geschichten, die in meinem Kopf entstehen, zu Papier bringen werde, weiß ich nicht. Es wäre zumindest eine schöne Vorstellung meiner Zukunft.


Buchtrailer und professionelles Lektorat


Als Selfpublisher muss man vieles machen, was sonst ein Verlag übernimmt. Welche Aufgaben hast du selbst erledigt und wobei hast du dir Unterstützung gesucht?
Beim Buchtrailer hatte ich ein professionelles Video-Animationsteam an meiner Seite. Und das Lektorat hab ich selbstverständlich auch in professionelle Hände gegeben. Ansonsten hab ich mich um alles selbst gekümmert: Cover/Umschlagdesign, Website, eBook-Satz, Taschenbuch-Satz, Marketing, … Ach ja genau, und geschrieben hab ich es natürlich auch selbst ☺

Wenn jemand mit dem Schreiben beginnen möchte, was würdest du ihm raten?
Lesen, lesen, lesen, schreiben, schreiben, schreiben. Und dann natürlich auch veröffentlichen, denn es ist doch um jede Geschichte schade, die keine Leser erreicht.

Deine bisherigen Leser warten schon auf Nachschub. Was ist dein nächstes Projekt?
Ideen sind genug vorhanden, momentan könnte ich mit drei Romanen gleichzeitig anfangen zu schreiben. Welcher es tatsächlich als erstes werden wird, darauf will ich mich noch nicht festlegen. Auf jeden Fall kommen die Gefühle nicht zu kurz. Meine Leser dürfen sich also wieder auf Herzklopfen, Gänsehaut und Herzschmerz freuen.

Zum Schluss: Du hast 100 Worte frei zu deiner Verfügung. Was möchtest du deinen Lesern sagen?
DANKE! Ich danke meinen unzähligen Lesern, die ich für mein Buch begeistern konnte! Danke an diejenigen, die sich die Mühe gemacht haben, mein Buch nicht nur zu lesen sondern auch zu bewerten. Danke an diejenigen, die mir wirklich sehr nette Nachrichten und E-Mails geschickt haben. Danke für eure Begeisterung, für eure Bitten, dass ich weiterschreiben soll. DANKE!

Sarah, dir jetzt auch herzlichen Dank für deine Antworten. Genieße deinen Erfolg, und dann wünsche ich dir viele Ideen, damit du deine Leser auch ein zweites Mal begeistern kannst. Oder womöglich noch öfter. Wer mehr über Sarah Saxx erfahren möchte, kann sie gerne auf ihrer Webseite www.sarahsaxx.com besuchen.

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