Trauer um Robin Meyer-Lucht

Am Anfang stand eine digitale Vermisstenanzeige: Wo ist Robin Meyer-Lucht? Seit dem 16. September war der Gründer des Politik- und Medienblogs carta.info verschwunden. Sein letzter Tweet lautete: „I’m at American Academy in Berlin“. Heute mussten wir leider erfahren, dass Robin bereits vor einigen Tagen verstorben ist. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Auch für Freunde und Kollegen vergingen zuletzt surreale Stunden. Schon heute morgen war im Wikipedia-Artikel zu Robin Meyer-Lucht neben dem Geburtstag 21. Januar 1973 plötzlich das Sterbejahr „2011“ eingetragen, aber ohne Datum. Eine offizielle Bestätigung konnte man dann zunächst auf der Facebook-Seite von UdL Digital lesen. Mittlerweile steht die traurige Nachricht auch auf der Titelseite von Carta.

Mit Robins Tod verliert die deutsche Blogosphäre eine der interessantesten und spannendsten Netz-Persönlichkeiten, und E-Book-News auch einen Freund und Medienpartner. Im Hauptberuf war Robin Medien-, Politik- und Unternehmensberater, sein Steckenpferd war der digitale Medienwandel, zu diesem Zweck hatte er 2007 das Berlin Institute gegründet. Der Politik- und Medienblog carta.info folgte kurz darauf und erntete prominente Preise wie den Grimme Online Award.

Als einer der ersten (Alpha-)Blogger in Deutschland setzte Robin auf Crowdfunding via Kachingle, bis heute steht carta.info an der Spitze der Kachingle-Charts. Und er hatte eine überzeugende Theorie parat, warum Crowdfunding gerade in Deutschland gut funktionieren kann. Allerdings betonte Robin in Sachen Carta auch immer, das ganze sei letztlich ein „parakommerzielles“ Projekt, die Monetarisierung zwar erwünscht, aber nicht unbedingt das Hauptziel.

Vielen Berlinern wurde Robin seit Anfang 2011 dann zudem als Organisator & fulminanter Moderator des von E-Plus finanzierten BASE_camps ein Begriff, einer Mischung aus Showroom, Event-Location und Arbeitsplatz für die digitale Bohème. Dort habe ich ihn selbst auch das letzte Mal getroffen, als es um das Thema „Crowdsourcing in der Verlagsbranche“ ging. :-(

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

3 Gedanken zu „Trauer um Robin Meyer-Lucht“

  1. Ansgar,

    This is terribly sad news. I remember vividly the lunch that Robin, you and I had together in June 2010 at the German Federal Press House (Bundespressekonferenz)in Berlin. Robin was one of the few people that have ever complimented me on having the will to start Kachingle. And he had a great and believable theory about why Germany was one of the first countries to experiment with social payments. In fact, he wrote the first article ever in German about Kachingle and social payments in Der Spiegel – „Panik ist kein Geschäftsmodell“, published February 17, 2009.

    Robin was an early adopter, a risk taker, and a visionary. He will be greatly missed in the blogosphere, including by many of us in the United States.

    Robin was a witty kind person. Very polite. A leader too as the founder of Carta.info.

    My condolences to his family, friends, and many colleagues.

    Cynthia Typaldos
    Founder, Kachingle

    (please forgive me for writing this in English)

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