Impress & Instant Books: Neue Digital-Only-Imprints von Carlsen umwerben unabhängige Autoren

Von Self-Publishing hält man beim Carlsen Verlag nicht so viel, von Self-PublisherInnen dagegen umso mehr: Anfang August gehen zwei neue Digital-Only-Imprints an den Start, für die speziell nach Talenten innerhalb der Indie-Szene Ausschau gehalten wurde. Bei „Impress“ – Zielgruppe: Jugendliche und Junge Erwachsene – dreht sich alles um „Romantasy“ und „Paranormal Romance“, was man auch schon an Titel-Previews wie „Falkenmagie“, „Unter goldenen Schwingen“ oder „Die Piratin“ ablesen kann. Unter dem Label „Instant Books“ – Zielgruppe Erwachsene – geht’s derweil etwas härter zur Sache, siehe etwa „Zombifiziert“, „Chill Bill“ oder „Blutspeer“. Preislich rangieren die für epub- und mobi-Format angekündigten E-Books je nach Länge zwischen 1,99 Euro und 4,99 Euro, auf DRM wird offenbar verzichtet.

„Auf Self-Publishing reagieren wir mit Qualität“

Schon vor einiger Zeit hatte Carlsen einen Aufruf an Indie-Autoren gestartet: gesucht wurden Serials, Kurzgeschichten und Romane für die neuen Imprints. Dank digitalem Vertrieb konnte der Hamburger Verlag attraktive Konditionen bieten, so winken nicht nur bis zu 50 Prozent Tantiemen, sondern auch ein Vorschuss sowie besondere Marketing-Möglichkeiten via Social Media. Für das Herzschmerz-Label will man mit der Leser- & Autoren-Community „bittersweet.de“ kooperieren, für das Thriller- und Horror-Genre soll ein eigenes Portal aufgebaut werden. Ein professionelles Lektorat wie auch Design sind selbstverständlich inklusive – man reagiere schließlich „auf Self-Publishing mit Qualität“, behauptet die Pressemitteilung.

Carlsen setzt auf das Gesetz der Serie

Solche Dienstleistungen gibt’s natürlich auch längst jenseits von Verlagen – für neu eingeworbene Indie-AutorInnen wie etwa Jennifer Jäger, Fabian Lutz oder Judith Hüller dürfte somit wohl vor allem eins im Vordergrund gestanden haben: die weitaus besseren Vermarktungs- und Umsatzmöglichkeiten, die ein renommierter Verlag wie Carlsen verspricht. Erst recht natürlich, wenn es im Verlauf der Kooperation nicht bei einem One-Hit-Wonder bleibt. Nicht umsonst haben die Hamburger wohl auch nach lohnenden Ideen für Serien gefahndet, und sind fündig geworden: „Zombifiziert“ von Fabian Lutz etwa ist als „Band 1“ angekündigt, ebenso Sandra Regniers „Geheimes Vermächtnis des Pan“. Für Nachschub dürfte somit gesorgt sein. Während beide Labels mit jeweils zehn Titeln gelauncht werden, sind im monatlichen Rhythmus je fünf Neuerscheinungen geplant.

Cover-Abb.: Carlsen Verlag

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „Impress & Instant Books: Neue Digital-Only-Imprints von Carlsen umwerben unabhängige Autoren“

  1. Lieber Ansgar,
    du bereicherst mit deinen Artikeln die Weblandschaft und machst guten Jounralismus. Manchmal solltest du aber etwas genauer hinsehen. Einfach die laute Pressemitteilung von Carlsen zitieren, statt selber mal nachzusehen? „Auf Selfpublishing reagieren wir mit Qualität“, sagt Carlsen. Ach ja? Technisch: Es wird ein Template zum Erstellen der epub benutzt, der Text ist durchgänig bold, das ist sehr viel billiger als die meisten Selfpublisher ihre Bücher erstellen lassen. Lektorat? Ein inhaltliches findet sowieso nicht statt, Logikfehler bleiben und das Korrektorat ist schlampig, es beliben haufenweise Rechtschreibfehler im Text. Ärgerlich, dass die Lesercommunitiy die Bücher für Selfpublisherbücher hält und dann in den Kritiken auf die Fehlerhöhe hinweist. Und, ach ja, wir sprachen noch gar nicht vom Inhalt … aber das sollte man bei einem Großteil dieser Bücher wohl tatsächlich besser nicht tun. All the best – die Redbugx

Kommentare sind geschlossen.