Ilona-Bulazel-Projekt-Todlicht-Thriller

Blast from the past – Ilona Bulazel, Projekt Todlicht [Leseprobe]

Ilona-Bulazel-Projekt-Todlicht-ThrillerAm Anfang steht eine scheinbar harmlose Online-Auktion: Das Soldbuch eines U-Boot-Kommandanten aus dem Zweiten Weltkrieg wird versteigert. Doch international läuten die Alarmglocken. Denn Kapitänleutnant Siegfried Röhmer war 1945 mit einer angeblich kriegsentscheidenden Fracht in Richtung Japan unterwegs – am Zielhafen kam U-9881 aber nie an. In anderen Teilen der Welt verschwinden plötzlich namhafte Wissenschaftler oder sterben unter mysteriösen Umständen, in Nordkorea wird eine neue Superwaffe mit apokalyptischer Zerstörungskraft getestet. Für das Ermittler-Team von Leo Marchand beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Was verbirgt sich hinter dem geheimen „Projekt Todlicht“? Der Countdown läuft. „Wie bei allen meinen Thrillern habe ich auch diesmal versucht ein ‚Was wäre wenn«-Szenario zu erschaffen‘“, so Ilona Bulazel. Um das zu erreichen, lässt die Autorin in „Projekt Todlicht“ historische Fakten mit Fantasie verschmelzen, wählt außergewöhnliche Schauplätze und entwickelt vielschichtige Figuren. Die in Baden-Baden lebende Self-Publisherin hat sich auf SciFi-Krimis (Zuletzt: „world: reset – Nach den Aschentagen“) und Thriller spezialisiert, nach „Die Akte Aljona“ ist „Projekt Todlicht“ bereits der zweite Fall für Leo Marchand und sein Team. Unsere Leseprobe führt direkt an den Ground Zero der neuen Superwaffe – mehr über „Projekt Todlicht“ erfährt man über die „Blick-ins-Buch“-Optionim Kindle Store.

Ilona Bulazel, Projekt Todlicht

Nordkorea – 26. Mai, Gegenwart


Das gleißende Licht presste sich mühsam durch das Erdreich und bildete für wenige Augenblicke eine weiße Haube über dem Testgelände. Dann folgte ein abgehacktes Knacken, das an einen Riss in einer Eisdecke erinnerte, der sich langsam, aber unaufhaltsam seinen Weg bahnte, um schließlich die gefrorene Masse aufzubrechen, als wäre sie aus hauchdünnem Glas. Dieses Geräusch dauerte nur wenige Sekunden, dann folgte eine ohrenbetäubende Explosion. Trotz der unterirdischen Zündung blieb die Oberfläche nicht verschont.
Zuerst sah man die wellenförmige Bewegung des Bodens. Plötzlich jedoch, mit einer Kraft, die man sonst nur von Naturgewalten kannte, stürzte der ganze Bereich in sich zusammen und versank wie ein Tanker auf hoher See. Innerhalb kürzester Zeit wurden jahrhundertalte, dicke Baumstämme samt ihrer Verwurzelung herausgerissen – der bewaldete Landstrich knickte ein und rutschte in einer Lawine aus Gesteinsbrocken und Erde ins Zentrum der Explosion. Der tiefe Krater verschlang alles, was in seine Nähe kam. Die wenigen Aufbauten, die extra für diesen Test hierhergebracht worden waren, klappten wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Explosionsradius war hingegen aller Berechnungen größer als erwartet.
Eine gewaltige Hitze breitete sich über dem Gebiet aus. In der Mitte des Kraters bildete sich innerhalb kürzester Zeit ein See aus geschmolzenem Gestein und an manchen Stellen züngelten Flammen nach oben. Gierig schnalzten sie über den Rand des Erdtrichters und gaben sich erst zufrieden, als um sie herum nur noch Asche übrig war.

Die Wissenschaftler, die man direkt am Explosionsherd platziert hatte, waren verschwunden. Leichen gab es keine. Nur die Gefangenen, die ein Stück entfernt auf ihr Ende hatten warten müssen, lebten noch. Aber der Tod schlich bereits um ihre entstellten Leiber wie eine hungrige Hyäne um das stinkende Aas.
Die glühende Hitze hatte die Haut schwarz verbrannt. Und obwohl ein leichtes Zucken der Körper ein Rest von Leben erahnen ließ, war dies lediglich die reflexartige Kontraktion der Muskulatur und keinesfalls ein ernst zu nehmender Kampf gegen den Tod. Die hohen Temperaturen hatten die Augen der Opfer platzen lassen, sodass ihre Gesichter verkohlten Holzmasken glichen. Die Ärzte im Labor würden bei der Obduktion weitere grausame Details entdecken. Unter anderem war zu erwarten, dass das klägliche Etwas, das von diesen armen Geschöpfen noch übrig war, erheblich unter der elektromagnetischen Strahlung gelitten hatte.

Der Jubel in der Zentrale war frenetisch. Sie alle waren zu Helden geworden. Der Besuch aus der Hauptstadt schien zufrieden, und die Wissenschaftler waren mit Stolz erfüllt.
Was den Männern aus Pjöngjang allerdings entging, war das kurze Geflüster hinter ihren Rücken.
»Wir sollten es ihnen sagen«, wisperte einer der wissenschaftlichen Assistenten seinem Vorgesetzten zu.
Dieser schüttelte kaum wahrnehmbar den Kopf. »Ich will keinesfalls der Nächste sein, der auf irgendeinem verlassenen Gelände pulverisiert wird, weil er nicht die richtigen Ergebnisse geliefert hat.«
»Aber wir werden es niemals kontrollieren können! Nicht, wenn es auf diese Weise verwendet werden soll.«
»Schon möglich, aber vermutlich wird es nie zum Einsatz kommen. Das heißt, keiner wird etwas bemerken.«
Der andere hätte daraufhin gerne erwidert: »Und wenn doch?«, schwieg aber und betete dafür, dass sein Vorgesetzter recht behalten würde.

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Copyright Cover & Leseprobe: Ilona Bulazel
Veröffentlichung mit frdl. Genehmigung der Autorin.

Ilona-Bulazel-Projekt-Todlicht-Thriller
Ilona Bulazel, Projekt Todlicht
E-Book (Kindle) 0,99 Euro
(in Kürze auch als Taschenbuch erhältlich)

 

Über Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

Ein Gedanke zu „Blast from the past – Ilona Bulazel, Projekt Todlicht [Leseprobe]

  1. Ein Artikel, den die Welt nicht braucht und der keinem nutzt. Nichts Neues,
    nur Negatives. BUY LOCAL hingegen hat schon viel bewirkt. Und im Vergleich
    zu anderen Nachmacher Initiativen ist BUY LOCAL sowohl professioneller als
    die meisten anderen und glaubhaft, da es von Händlern und für Händler ist.
    Was also soll der zynische Pessimismus? Letztendlich bestätigt dieser
    Artikel genau die Arbeit von BUY LOCAL. Wenn Händler die Chancen nutzen und
    dieses mit dem Bewusstsein kombiniert wird, welche Auswirkungen die eigene
    Kaufentscheidung hat, dann benötigt man keine blind-loyalen Kunden oder
    einen Gutmenschen. Hier handelt dann der Kunde im Eigeninteresse. Verkürzt:
    Angebote und Service, die sich am Kundenbedürfnis orientieren und ein wacher
    Verstand seitens der Kunden sind unschlagbar.

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