iKnow, nicht nur für Nerds: Data Becker geht neue Wege

Sie sind quietschgelb, rechteckig und enthalten geballte Informationen nicht nur für Nerds: mit iKnow geht Data Becker neue Wege. Denn die 2011 gestartete Ratgeber-Reihe bietet nicht nur Themen wie „Social Networking auf die leichte Art“, „Bildschöne Photos mit jeder Digitalkamera“ oder „Mein iPad 2“. Der Düsseldorfer IT-Verlag wagt sich in ungewohntes Terrain: Die ersten beiden Staffeln von iKnow widmen sich nämlich genauso dem „Überleben als Single-Frau“, dem elterlichen Survival in den ersten 12 Monaten („Hurra, mein Baby“) oder dem körperlichen Wohlbefinden von Vielsitzern („Nie wieder Rücken“). Nach dem Print-Debüt folgt nun im Juni 2012 die E-Book-Premiere: die dritte Staffel erscheint exklusiv in Versionen für E-Reader und Tablets. Kostenlos testen als Browser-App kann man bereits den iKnow-Titel zum Thema „Facebook-Chronik“. E-Book-News sprach zum digitalen iKnow-Start mit DataBecker-Produktmanager André Kleinsorgen.

Neue Ansprache: per Du mit dem Leser

Irgendwann im Jahr 2010 bekam André Kleinsorgen einen Spezialauftrag: Codename iKnow. Eigentlich war der studierte Kommunikationswissenschaftler für das Marketing des Data Becker-Sortiments veranwortlich. Nun mutierte er quasi über Nacht zum Buchmacher, der eine neue Ratgeber-Reihe aus dem Boden stampfen sollte: „Mit iKnow wollten wir etwas Neues wagen: das Verlagsprogramm zu erweitern und neue Zielgruppen erreichen. Ziel der iKnow-Reihe sollte es sein, Anwendern ohne fundiertes Vorwissen den Zugang zu populären Themen auf neue, unterhaltsame Art zu erleichtern“, so Kleinsorgen. Nicht nur durch das Layout setzen sich die iKnow-Erfinder dabei deutlich wahrnehmbar vom klassischen Sach- und Fachbuch ab: „Außergewöhnlich ist neben dem Querformat und der persönlichen Du-Ansprache des Lesers das Themenspektrum – es geht erstmals in der Verlagsgeschichte weit über den klassischen IT-Bereich hinaus.“ Das Navigieren jenseits von Nerds und Geeks schien zunächst einmal riskant, doch das Experiment hat sich offenbar gelohnt, berichtet Kleinsorgen: „Einige haben uns wegen der IT-fernen Themen zunächst etwas belächelt, ließen sich dann aber eines Besseren belehren, wie die Rezensionen in der Presse und in den Onlineshops zeigen, aber auch die persönlichen Rückmeldungen von Lesern und Kunden.“

iKnow funktioniert auf E-Readern & Tablets

Mit dem Start der E-Book-Version kam eine neue Herausforderung hinzu – der Sprung vom Papierlayout zum E-Ink-Display und zum Tablet-Screen. „Das gewohnte iKnow-Querformat machte bei den E-Books natürlich keinen Sinn. Wir haben auf eine lesefreundliche Aufbereitung mit kompakten Textblöcken, direkt umsetzbaren Praxistipps und einem ausgewogenen Bildanteil geachtet. Ein klarer Vorteil gegenüber der Papiervariante sind die direkt anklickbaren Links zu Applikationen, Tools und Webseiten“, so der Senior-Produktmanager über die erste elektronische Staffel von iKnow. Was für ein Lesegerät man nutzt, ist dabei egal: „Unser Ziel besteht darin, dem Leser ein plattformunabhängiges Lesevergnügen zu ermöglichen. Auf dem Kindle sollen die iKnow-E-Books ebenso überzeugen wie auf dem iPad. Wer iKnow E-Books auf dem Tablet oder Smartphone liest, hat allerdings den Vorteil der direkten Links etwa zu Google Play.“ Auf lästiges DRM wird dabei übrigens so weit wie möglich verzichtet, verspricht Kleinsorgen: „Ob ein Kopierschutz eingesetzt wird hängt derzeit im Wesentlichen von den Gepflogenheiten des jeweiligen Online-Shops ab, über den unsere E-Books vertrieben werden.“

DataBecker setzt auf Kombi-Angebote

Viele Computerfreaks der ersten Stunde kennen Data Becker schon aus den Achtziger Jahren – die weiß-roten Bände des Düsseldorfer IT-Verlags versorgten damals die Generation Commodore 64 mit Programmier-Tipps und technischem Hintergrundwissen. Seitdem mauserte sich Data Becker zum Rundum-Anbieter von Fachliteratur und Zeitschriften bis hin zu Sofware-Lösungen für Web 2.0- und E-Commerce. Mit E-Books konnte man dabei schon recht früh Erfahrungen machen: „Bereits 1995 hat Data Becker mit Erfolg ein interaktives Lexikon auf DVD herausgegeben, das man wohl als Enhanced-E-Book bezeichnet hätte, wenn der Begriff zu dieser Zeit schon existiert hätte“, so der Senior-Produktmanager. Normale E-Books und PDF-Ausgaben hätten sich dagegen lange Zeit eher schwer getan. Der Erfolg von Kindle & iPad hat nun aber zum Umdenken geführt, nicht nur in Sachen iKnow: „In Zukunft werden viele Printprodukte aus unserem Verlagsprogramm parallel als E-Book publiziert“, kündigt Kleinsorgen an. Das eröffnet auch die Chance für Kombi-Angebote: „Mit der neuen Flagschiffreihe ‚Die große Praxisreferenz‘ starten wir ab Juli / August 2012 eine neue Reihe, bei der Käufer der Printausgabe die Möglichkeit haben, die elektronische Ausgabe des jeweiligen Titels kostenlos zu nutzen“.

Abb.: Data Becker

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

3 Gedanken zu „iKnow, nicht nur für Nerds: Data Becker geht neue Wege“

  1. Hallo Sven, hallo Ansgar,

    die E-Books werden auf allen Plattformen verfügbar sein. Leider hat unser Dienstleister die Arbeiten an den E-Books noch nicht beendet, sodass sich die Veröffentlichung verzögert. Sobald die ersten Exemplare der iKnow-E-Books verfügbar sind, gebe ich euch gerne Bescheid.

    Viele Grüße
    Helge

  2. Schade nur, dass man die Data Becker-Bücher nicht bei Apple im AppStore oder bei Amazon für Kindle kaufen kann. Wenn man nach diesen Büchern sucht, findet man dort – genau – nichts.

    Wieder ein Verlag, der glaubt, für teuer Geld an Apple und Amazon vorbei einen eigenen eBook-Store betreiben zu müssen, um sich den Share an den Verkäufen zu sparen. Moment mal, haben das nicht die Musiklabels auch schon mal versucht? Wie ging das nochmal aus damals?

    Wenn’s dann nicht klappt und das Ganze wirtschaftlich in die Binsen geht, liegt es halt am deutschen Buchmarkt, der noch nicht so weit ist. An bedrucktem Papier verdient man halt noch immer besser als mit eBooks. Manchmal fragt man sich wirklich, was Verlage reitet.

    Eine gewisse Schadenfreude kann ich mir deshalb nicht verkneifen, wenn die Buchverkaufscharts im AppStore, iBookstore, bei Amazon Kindle und inzwischen selbst bei Google Play voll sind mit eBooks und auch Buch-Apps, die nicht von Verlagen kommen, sondern von sogenannten „Branchenfremden“.

    Dass gerade jemand wie Data Becker diesen Weg geht, finde ich tieftraurig. Die sollten es eigentlich besser wissen.

    1. Genauer gesagt findet man NOCH nichts – denn der offizielle Verkauf hat wohl noch gar nicht begonnen, selbst bei Data Becker erscheint momentan die Nachricht „Nicht verfügbar“. Das dürfte sich aber in den nächsten Tagen ändern – dann soll man die iKnow-Titel auch via iBooks, Kindle Store etc. kaufen können.

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