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iBooks vs. Kindle-App: Wie man auf dem iPad am besten liest

6 Apr 2010 Ansgar Warner 2 Kommentare

ibooks ipad e-book bestseller.gifNach dem iPad-Start in den USA sind schon mehr als 700.000 Geräte im Umlauf – und damit auch 700.000 potentielle E-Reader. Doch wie liest man auf Apples Tablet am besten – mit iBooks oder mit der Kindle-App? Preislich unterscheiden sich die E-Books aus dem Apple- und Amazon-Universum kaum. Doch die beiden Apps bieten unterschiedlichen Lesekomfort – und unterschiedliche technische Möglichkeiten. Im Moment leistet die Kindle-App mehr – ein E-Book lässt sich mit ihr auf verschiedenen Geräten lesen, vom iPhone bis zum PC.

Kampf der Giganten: iBooks kann 90.000 E-Books bieten, Kindle für das iPad sogar das Fünffache


Ausgerechnet am Osterwochenende wurde der Buch-Branche ein ganz besonderes Ei ins Nest gelegt: Apples Tablet verkauft sich in den USA sogar noch besser als zuvor das iPhone. Anders als in Deutschland geplant ist der iPad-Moment auf der anderen Seite des Atlantiks zugleich von Anfang an ein iBooks-Moment. Apples iTunes für Bücher ist gut gefüllt: dank der Zusammenarbeit mit Project Gutenberg gibt es etwa 30.000 kostenlose E-Book-Klassiker im epub-Format. Apples Big Deal mit den wichtigsten US-Verlagen hat iBooks zudem 60.000 kommerzielle Titel beschert, zumeist zum Preis von 9,99 bis 14,99 Dollar. Um die Kaufentscheidung zu erleichtern, kann von jedem Titel eine Leseprobe heruntergeladen werden. Auch für E-Comics ist gesorgt, etwa durch die iPad-App von Marvel. Die meisten Titel bringt aber eindeutig Amazons “Kindle for iPad”-App an Bord – sie bietet nämlich eine Auswahl von mehr als 450.000 E-Books. Doch welche App sollte man benutzen?

iBooks sieht nicht nur gut aus, es ist auch ideal zum Lesen unter der Bettdecke


ibooks virtuelles bücherregal e-book bestseller ipad.gifWas “Eye Candy” betrifft, bietet iBooks eindeutig ein bisschen mehr. Wechselt man vom iBooks Store zur Bibliothek, hat man ein virtuelles Bücherregal vor Augen. Grafisch hat sich Apple dabei eindeutig von der Classics App für iPhone und iPod Touch inspirieren lassen. Wählt man ein Buch aus, wird es wie von Geisterhand aus dem Regal genommen, geöffnet und gezoomt. Apples Tablet macht auf Gutenberg-Mimikry: ähnlich wie bei der Classics-App ist auch beim iPad das Umblättern grafisch animiert. Besonders bibliophil ist die Leseansicht im Querformat – dann werden nämlich jeweils zwei gegenüberliegende Seiten gezeigt. Fontgröße und Fontfamilie lassen sich wählen (im Lieferzustand: Baskerville, Cochin, Palatino, Times New Roman and Verdana). Auch die Helligkeit des Touchscreens kann man regulieren. Besonders komfortabel ist auch das Hinzufügen von DRM-freien E-Books. Ähnlich wie bei Musiktiteln werden sie am Desktop-Computer bzw. Laptop einfach per Drag & Drop in den iTunes-Ordner verschoben und erscheinen dann nach der nächsten Snychronisation auf dem iPad. Wer allerdings Bestseller wie Dan Browns “Lost Symbol” und ähnliche Pageturner aus dem Hause Random House lesen möchte, wird mit iBooks nicht glücklich – denn mit der Bertelsmann-Tochter wurde Apple bisher nicht handelseinig.

In-App-Shopping von E-Books ist für Apples Konkurrenz auf dem iPad nicht erlaubt


kindle ipad e-book bestseller.gifWechselt man zur Kindle-App, wird man dagegen auch in Sachen Dan Brown fündig – allerdings ist Amazons E-Book-Store ja schon ein bisschen länger am Markt. Das Angebot ist überwältigend – “iBooks is still a ghost town compared to Amazon’s Kindle store”, klagte zu recht der Silicon Alley Insider. Doch der Rummel hat seine Kehrseite. Verzichten muss nämlich auf den Augenschmaus des virtuellen Bücherregals. Immerhin, das Umblättern ist animiert. Wechselt man auf das Querformat, hat man aber keine Doppelseite vor sich, sondern eine Einzelseite mit mehr Weißraum am Rand. Der Schriftfont lässt sich leider nicht ändern, Schriftgröße und Helligkeit allerdings schon. Am ärgerlichsten ist wohl der umständliche Shopping-Prozess. Um Kindle-E-Books zu kaufen, muss man die App verlassen und via Browser die Amazon-Seite besuchen. Schuld daran ist allerdings nicht Amazon, sondern Apple – das sogenannte “In-App”-Shopping von digitalen Gütern ist nämlich wie auf dem iPhone auch auf Apples Tablet nicht erlaubt. Trotzdem gibt es momentan noch gute Gründe, statt iBooks die Kindle-App zu nutzen. Wer nämlich seine E-Book-Bibliothek auf mehreren Lesegeräten nutzen möchte, kommt bei DRM-geschützten Titeln mit iBooks nicht sehr weit. Die Kindle-App dagegen läuft auf so unterschiedlichen Endgeräten PC, Mac, iPhone oder Blackberry – und lässt sich synchronisieren. Was einmal gekauft wurde, landet also auf allen verkindleten Geräten. Bliebe noch die Preisfrage: Was macht man, wenn man Dan Brown auf dem iPad lesen will, aber auf Amazons Kindle-App verzichten möchte? Ganz einfach: man installiert die Kobo-App. Der unabhängige E-Book-Store mit Sitz in Kanada bietet mittlerweile auch schon mehr als 2 Millionen Titel an – und konnte pünktlich zum Start des Tablets verkünden: “We’re Apple approved!”.

2 Kommentare »

  • newstube.de schrieb:

    iBooks vs. Kindle-App: Wie man auf dem iPad am besten liest…

  • uberVU - social comments schrieb:

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