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iBook ohne „s“ – das darf nicht sein: Apple zensiert E-Books mit „falschen“ Produktnamen

23 Nov 2016

apple-zensiert-ebooksGroße Gatekeeper wie Amazon, Apple & Co. stellen Regeln auf, an die sich alle Marktteilnehmer auf ihren Plattformen halten müssen — egal, ob diese Regeln sinnvoll sind oder nicht. Besonders absurd sind Apples Sprachregelungen für Produktnamen wie „iBooks“ oder „iBooks Store“, das haben gerade die Sachbuch-Autoren Aaron Perzanowski und Jason Shultz erfahren müssen. Ausgerechnet ihr neues, u.a. auch Apple-kritisches Buch „The End of Ownership – Personal Property in the Digital Economy“ darf in der ursprünglichen Fassung nicht via iBooks vertrieben werden.

iBook hieß schon ein Apple-Laptop

Die Begründung: drei Passagen des 264-Seiten-Wälzers enthalten das Wort „iBook“ – was den Formatierungs-Vorschriften des iBooks Stores widerspricht. Denn Apple bevorzugt — bzw. diktiert — die Nutzung von „iBooks“ oder „E-Books from iBooks“. Ein Grund für diese Sprachpolitik könnte mit der Firmengeschichte zu tun haben, schreiben die Autoren in ihrem Blogbeitrag „Why you can’t buy our book from Apple“: Apple selbst hat Ende der 1990er Jahre ein Nachfolge-Modell der PowerBook-Laptopreihe unter dem Namen „iBook“ verkauft.

Jetzt iBooks-konforme Version geplant

Extra für den Vertrieb via iBooks haben Perzanowski und Shultz jetzt eine regelkonforme Ausgabe von „The End of Ownership“ produziert. Dort ist u.a. der Satz „Apple’s iBooks can only be read on Apple devices“ verändert worden in die Version „Ebooks acquired through Apple’s iBooks Store can only be read on Apple devices.“ An anderer Stelle heißt es nun nicht mehr „how to make an iBook work on a Kindle“, sondern „how to make an an ebook from Apple work on a Kindle“.

Die Thesen des Buches hat Apple bewiesen…

Die Autoren hoffen nun, das Apples Zensoren mit dieser Formulierung einverstanden sind. Warum Apple sich überhaupt so uneinsichtig gezeigt hat, bleibt aber rätselhaft, denn schließlich geht es ja in „The End of Ownership“ gerade auch um den überzogenen Kontrollwahn des IT-Riesen: DRM-Schutz, Verhinderung von nicht autorisierten Geräte-Reparaturen, hermetisch abgeschottete Business-Modelle, und nicht zuletzt: unlesbar lange und komplizierte Nutzungsbedingungen.

(via The Digital Reader & BoingBoing)