Humble Book Bundle startet: monatliche E-Book-Bündel mit Pay-What-You-Want

Von wegen „bescheiden“ – Humble Bundle war bisher schon das Mekka der multimedialen Vermengungen: neben gebündelter Spiele-Software gab es dann und wann auch E-Books, Hörbücher und, wie etwa beim „Humble Image Bundle“, E-Comics, jeweils für begrenzte Zeit und nach dem Bezahl-was-du-willst-Prinzip. Insgesamt brachten 46 Humble Bundle-Aktionen seit 2010 bereits 79 Millionen Dollar Umsatz – der Durchschnittspreis pro verkauftem Bündel lag bei 6 Dollar. Im Mittelpunkt standen allerdings regelmäßige Games-Bündel – gegründet wurde das Unternehmen schließlich zunächst, um Computerspiele von unabhängigen Entwicklern zu vermarkten. Doch das hat sich gerade geändert – siehe die neue Rubrik Humble Book Bundle.

Buch-Bündel erzielen bessere Durchschnittspreise

Die äußerst erfolgreiche Kooperation mit Indie-Verlagen wie zuletzt Image Comics hat die Humble-Bundle-Macher nämlich zu einer strategischen Kursänderung bewogen: ab jetzt gibt’s jeden Monat nicht nur zwei Games-Bündel-Aktionen, sondern parallel auch zwei 14 Tage laufende Bündel-Aktionen mit E-Books, Hörspielen oder Comics. Die Website wurde dafür in einen Games- und E-Literatur-Bereich gesplittet. Das dürfte sich für Humble Bundle auch deswegen lohnen, weil man bisher schon mit elektronischem Lesestoff deutlich bessere Durchschnittspreise erzielen konnte als bei Games: die bisherigen drei E-Book-Bundle erzielten im Schnitt zwischen 10 und 14 Dollar, Videospiele dagegen erreichten üblicherweise gerade mal die Hälfte. Den Anfang macht seit heute das „Humble Doctor Who Comic Bundle“ – mit insgesamt mehr als 60 Ausgaben plus Videospiel.

Indie-Verlage, aber auch „Big Five“ als Partner

Für Indie-Verlage dürften die regelmäßigen E-Book-Bündel einen weiteren Schub bedeuten. Doch auch für Kooperationspartner aus den Reihen der „Big Five“ (Penguin Random House, Harper Collins, etc.) klingt die Sache offenbar sehr interessant – es soll bereits Verhandlungen geben. Wo kann man schließlich sonst mal eben so zehntausende Bücher innerhalb von 14 Tagen absetzen? Außerdem erreicht man via Humble Bundle zielgenau ein selbstbewusstes, hochmotiviertes und technikaffines Publikum, das nicht nur mit Online-Zahlungsmethoden bis hin zu BitCoins bestens vertraut ist, sondern neben digitaler Off-Kultur jenseits des Mainstreams gesellschaftliches Engagement zu schätzen weiß. Genau darauf geht Humble Bundle ein, denn man entscheidet nicht nur, wieviel man für ein Bündel zahlt, sondern auch, wohin die Gelder fließen: per virtuellem Schieberegler kann man den Verteilungsschlüssel zwischen Künstlern bzw. Verlagen, der Plattform selbst und gemeinnützigen Organisationen verändern.

(via Engadget & PW Weekly)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".