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Holz-AG vs. Fortschritts-AG: steht der Springer-Konzern vor der Spaltung in Print- und Digitalgeschäft?

14 Dez 2017

spaltet-sich-springer-fragezeichenWohin geht die Reise, Axel Caesar Springer? Möglicherweise mit Volldampf in Richtung Digital Only. Schon jetzt erzielt der Konzern 77 Prozent des Gewinns und 70 Prozent des Umsatzes im Digitalbereich. Das sorgt für eine Menge Sprengkraft — die von der Chefetage noch verstärkt wird: mit der SPRING Axel Springer Digital News Media Management GmbH & Co KG werden die digitalen Aktivitäten nun in einer separaten Gesellschaft gebündelt.

„Print-Bereich stabilisieren und stärken“

„Bild Digital“, „Welt Digital“ und soweiter stehen jetzt also die Print-Marken wie „Bild“, „BamS“, „Welt“ gegenüber. In den Redaktionen soll es getrennte Teams geben. Ist Print also nur noch Ballast, der bei Bedarf abgeworfen werden kann? Es werde keinen Verkauf geben, keinen Börsengang, keine Abspaltung, beteuert Springer-Chef Mathias Döpfner erst vor kurzem. Statt dessen lautet die Devise: es geht vor allem darum, den Print-Bereich zu „stabilisieren und zu stärken“.

Erneut ein Ausverkauf, sowie bereits 2013?

Der Konzernbetriebsrat fürchtet offenbar genau das Gegenteil: Ausgründungen, Abspaltungen, Betriebsübergänge, Personalabbau. Intern, so kolportierte unlängst das Handelsblatt, spricht man bei Springer bereits von der „Holz-AG“ und der „Fortschritts-AG“. Vorbild für die nächste Holzauktion könnte der erste große Ausverkauf von 2013 sein: damals wurden eine ganze Reihe von Zeitschriften (Hörzu, Funk Uhr, Bild der Frau etc.) sowie die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt an die Funke Mediengruppe veräußert.

(via Handelsblatt & Meedia)

Abb.: Fred Romero (cc-by-2.0)