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Holtzbrinck verzichtet auf hartes DRM: bald auch Bertelsmann im Softie-Club?

21 Jul 2015

holtzbrinck-verzichtet-auf-hartes-drmNach Bonnier verzichtet mit der Holtzbrinck Publishing Group in kurzer Zeit bereits die zweite große Verlagsgruppe auf hartes DRM – damit bleiben unter den Top 3 in der deutschen Publishing-Landschaft nur noch die Bertelsmänner dem einstigen Branchenstandard Adobe Digital Editions treu. Über mehr E-Book-Komfort dürfen sich dagegen die Leser von zu Holtzbrinck gehörenden Verlagen wie Rowohlt, Droemer Knaur oder Kiepenheuer & Witsch freuen.

Digitales Wasserzeichen „genau so effektiv“

Ganz ohne DRM geht die Geschichte aber auch in diesem Fall nicht zu Ende: Wie bereits die Verlagsgruppe Bonnier und zuvor einzelne Häuser wie dtv oder Dumont setzt Holtzbrinck zukünftig auf das Digitale Wasserzeichen. „Die bisherigen Erfahrungen mit dem digitalen Wasserzeichen im In- und Ausland haben gezeigt, dass dies genau so effektiv und zuverlässig das Urheberrecht unserer Autoren schützt wie ‚hartes‘ DRM“, so das Credo von Peter Kraus vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer der Rowohlt Verlage.

„Illegaler Missbrauch“ wird verfolgt

Viele kleinere Verlage verzichten dagegen schon seit längerem vollständig auf jegliche Form von Digitalem Rechtemanagement. Das hat nicht nur mit den eingesparten Kosten zu tun, sondern auch mit den bisherigen Erfahrungen im In- und Ausland, dass keine Form von DRM das Urheberrecht effektiv und zuverlässig schützen kann. Wohl nicht umsonst beeilte sich der Rowohlt-Geschäftsführer auch hinzuzufügen, man werde „illegalen Missbrauch“ der Verlagsrechte „auch weiterhin konsequent verfolgen“. Bei legalem Missbrauch wird dagegen offenbar ein Auge zugedrückt. Fragt sich nur, was fällt darunter? Gilt die normale Lektüre inzwischen als Kavaliersdelikt!?

Abb.: Free Culture @ NYU (by-sa-2.0)