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Hochaufgelöste E-Book-Lektüre: iRiver Story HD im Test

13 Dez 2011 Ansgar Warner 4 Kommentare

Premiere für hochauflösendes E-Ink: mit dem iRiver Story HD erreicht elektronische Lektüre erstmals XGA-Qualität (768 mal 1024 Pixel). Gestochen scharf werden auf dem über den Buchhandel sowie online vertriebenen Lesegerät nicht nur Buchstaben, sondern auch Menüs und Bilder dargestellt. Optisch erinnert der iRiver Story HD durch die Qwertz-Tastatur unter dem Display an das Kindle 3 oder Acers LumiRead. Dank WiFi-Funktion kann man E-Books direkt im E-Store des lokalen Buchhändlers kaufen. Wo man den Reader selbst vor Ort bekommt, verrät eine spezielle Online-Suche. Damit der iRiver Story wirklich zum Erfolg wird, sind aber noch ein paar Anpassungen nötig. Denn der schlecht formatierte E-Store führt den Schritt zu High Density durch winzig kleine Buchstaben und Menüs leicht ins Absurde – ohne Lupe ist das Einkaufen kaum möglich. Alles weitere verrät unser Testbericht…

“Google Reader“ wurde eingedeutscht

Der „Google Reader“ kommt nach Deutschland – doch Google steckt nicht dahinter. Kaufen kann man den iRiver Story HD bei uns nämlich in der Buchhandlung an der Ecke, und zwar zum Preis von 149 Euro (über Anbieter wie buecher.de gibt’s das Gerät aber auch online). Dafür sorgt Deutschland wichtigster Buchgroßhändler Koch, Neff & Volckmar (KNV). Ähnlich wie Libri ermöglicht KNV dem Buchhandel damit, vom E-Book-Handel zu profitieren – für alle Titel, die via WiFi über den integrierten E-Store des Readers gekauft werden, erhalten die Buchhändler eine Provision. Das virtuelle Bücherregal kann sich sehen lassen: mehr als 155.000 E-Books sind erhältlich. Geliefert wird der iRiver Story mit deutscher Tastatur & Menüführung, deutschsprachigem Handbuch und einem Mikro-USB-Kabel.

Optisch auffälliges Design in Karamell

Optisch setzt sich der iRiver Story von vergleichbaren Geräten ab – vor allem durch die karamellfarbene Rückseite und transparente, abgerundete Bedienelemente. Das Design ist ebenso simpel wie elegant, alle Tasten sind direkt unter dem Display angeordnet. Eine längliche, metallisch schimmernde Leiste dient als Richtungstaste, ebenso aber zum Umblättern. Links und rechts davon findet man Home-, Back-, Enter- sowie Menü-Taste. Der Mikro-USB-Port ist an der Unterkante des Lesegerätes angebracht, auf der Rückseite kommen noch SD-Kartenslot und eine Slider-Taste zum Ein- und Ausschalten dazu. Im Ruhemodus zeigt der iRiver Story HD wechselnde Bildschirmschoner an, das Hochfahren dauert nur wenige Sekunden. Im Ruhemodus hält der Reader bis zu sechs Wochen durch, die Leseperformance wird vom Hersteller mit 14.000 Seitenwechseln angegeben.

Übersichtliche Gestaltung

Das Homescreen ist angenehm übersichtlich gestaltet: direkt unter dem Zugang zum E-Store wird Titel und Miniatur-Cover des zuletzt geöffneten E-Books angezeigt, dann beginnt die Auflistung der auf dem Reader vorhandenen Lektüre. Die E-Bibliothek kann nach Titel, Autor, persönlichen Favoriten oder dem Lesedatum geordnet werden. Die Position im jeweiligen Menü wird durch eine geschweifte Klammer angezeigt, eine typografisch gelungene Lösung. In der Kopfzeile zeigt der iRiver Story neben der Uhrzeit und dem Ladezustand des Akkus auch an, ob eine W-LAN-Verbindung aktiv ist oder im SD-Kartenslot eine Speicherkarte steckt. Über die Menütaste („Options“) gelangt man vom Home-Screen aus zu den grundlegenden Geräteeinstellungen.

Gestochen scharfes Schriftbild

In der Leseansicht kann der iRiver Story HD seine Stärken voll ausspielen – die Buchstaben sind gestochen scharf, selbst das Kindle kann da bei dieser Auflösung nicht mithalten. Die feine Pixelung erlaubt zudem bei der grafischen Menüführung feinste Linien und Hintergrundschraffuren. Auch Illustrationen machen einen geradezu atemberaubend Eindruck. Der Kontrast dagegen ist etwas schlechter als bei Pearl-E-Ink-Displays. Im Vergleich zum Kindle 3/4 wirkt der Hintergrund dunkler, die Buchstaben heller. Die Seitenwechsel sind rasant, allerdings ist die Umblättertaste etwas schwergängig. Sowohl epubs wie auch PDFs werden problemlos angezeigt, dank aktivierbarer Reflow-Funktion werden auch letztere in gut lesbarer Form umgebrochen.

Spartanisch bei den Textfunktionen

Ein G-Sensor wurde nicht verbaut, über eine spezielle Taste links neben der Space-Taste kann man aber manuell zwischen Hoch- und Querformat wechseln. Spartanisch zeigt sich der iRiver Story bei den sonstigen Textfunktionen: sie beschränken sich neben der Änderung der Schriftgröße auf das Hinzufügen von Lesezeichen und die Stichwortsuche. Markierungen oder Notizen sind nicht möglich – das schränkt auch die Nutzung des vorinstallierten Lexikons ein. Denn das betreffende Wort muss erst umständlich über die Tastatur eingegeben werden. Bereits bei der Artikelansicht im Lexikon zeigt sich auch eine der Merkwürdigkeiten des iRiver Story HD: die Schriftgröße ist so winzig wie das Kleingedruckte in Mobilfunkverträgen. Das XGA-Display macht’s möglich, sinnvoll ist das aber nicht.

Ärgerliche „Kleinigkeiten“ beim Layout

Noch absurder ist das Layout des E-Stores. Der von KNV zur Vermarktung des Readers gewählte Slogan „Lesen leicht gemacht“ wird genau ins Gegenteil verkehrt – Menüelemente, Info-Texte, ja selbst die Miniaturcover sind so klein, das bei der Benutzung keine Freude aufkommt. Die Position des Cursors bzw. des jeweils aktiven Bereichs kann man ebenfalls nur mit Mühe erkennen. Schade ist zudem, dass sich in dem von Libreka bestückten E-Store keine Leseproben herunterladen lassen. Hier muss KNV noch dringend nacharbeiten – denn das drahtlose Shoppen macht schließlich den größten Komfort-Faktor eines WiFi-Readers aus. Von solchen ärgerlichen „Kleinigkeiten“ abgesehen darf der iRiver Story HD als das wohl interessanteste Lesegerät der diesjährigen Weihnachtssaison gelten. Vor allem, weil sich sich auf das Wesentliche beschränkt, das Lesen nämlich, und dies zugleich in bisher unerreichter grafischer Qualität.

iRiver Story HD (KNV)


Display

6 Zoll E-Ink, 1024x768 Pixel, 16 Graustufen

Gewicht:

207 Gramm

Schnittstellen

USB, WLAN

Speicher

2 Gigabyte intern, max. 32 Gigabyte extern

E-Book-Formate

epub (DRM), PDF (DRM)

Audio-Features

keine

Preis

149 Euro (im lokalen Buchhandel) oder online via buecher.de

4 Kommentare »

  • Hochaufgelöste E-Book-Lektüre: iRiver Story HD im Test – E-Book-News.de » Elektronik von A bis Z schrieb:

    [...] Hochaufgelöste E-Book-Lektüre: iRiver Story HD im TestE-Book-News.deÄhnlich wie Libri ermöglicht KNV dem Buchhandel damit, vom E-Book-Handel zu profitieren – für alle Titel, die via WiFi über den integrierten E-Store des Readers gekauft werden, erhalten die Buchhändler eine Provision. Das virtuelle Bücherregal kann … [...]

  • Frank schrieb:

    Hallo zusammen,
    ich hab mir den iRIVER gekauft bin damit relativ zufrieden.
    Die Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Zahlen hinter den Buchstaben hinterlegt sind .

    Vielleicht kann mir jemand Tipps geben, wo ich e-papers in deutsch
    im epub Format bekomme, ohne immer ein ABO abschliessen zu müssen.

    Danke Frank

  • Hochaufgelöste E-Book-Lektüre: iRiver Story HD im Test › eBook Shop schrieb:

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  • TuchiMen schrieb:

    Ich habe ihn jetzt von meiner Frau zu Weihnachten bekommen und muss sagen, dass ich bis jetzt super zzufrieden mit meinem neuen Baby bin ;)
    Gruß TuchiMen