Hineinschmökern per Preview-Widget: Weltbild kooperiert mit Google Books

weltbild-preview-buchvorschauDigitales Klappentext-Lesen war gestern – auch bei Weltbild.de kann man nun dank Preview-Widgets in zahlreiche Bücher „hineinschmökern“. Deutschlands zweitgrößter Online-Buchhändler bietet die Buchvorschau nach eigenen Angaben bei über 250.000 Titeln. Um möglichst viele Previews bieten zu können, kooperiert Weltbild nicht nur mit Libreka und der Bertelsmann-Tochter BIC Media, sondern auch mit Google Books.

Das Widget macht’s möglich: Sneak-Previews helfen bei der Kaufentscheidung


Immer mehr Bücher werden zum E-Book – zumindest teilweise. Und das liegt nicht nur an der Google Buchsuche. Während Previews in Deutschland erst nur bei Comicverlagen üblich waren, bieten nun auch die meisten Online-Buchhändler für ihr Sachbuch- und Belletristikprogramm eine digitale Buchvorschau an. Während viele Händler insgesamt oft mit mehreren Millionen lieferbarer Titel aufwarten können, ist die Zahl der Previews allerdings noch begrenzt – denn die Konvertierung der Backlist in elektronische Formate hat gerade erst so richtig begonnen. Weltbild.de setzt deswegen nun offenbar auf die Bündelung des Contents aus verschiedenen Quellen – und kooperiert neben Libreka mit zwei großen Playern im Print- und E-Book-Business: BIC-Media und Google. Die Bertelsmann-Tochter BIC Media liefert die ursprünglich für Random House entwickelte Insight-Software – Kunden von libri und hugendubel dürfte das auf dieser Grundlage laufende Preview-Widget bereits bekannt sein. Die Buchvorschau zeigt die Seiten im Original-Layout – maximal 20 Prozent des Textes lassen sich so am Bildschirm lesen. Außerdem gibt es eine Suchfunktion. Das gewisse Plus bietet bei Weltbild.de die Kooperation mit Google – bei bestimmten Titeln öffnet sich nämlich ein grafisch etwas anders gestaltetes Fenster: die Google Preview. Das „Hineinschmökern“ klappt nun insgesamt bei etwa 250.000 Titeln – darunter auch zahlreichen englischsprachigen Ausgaben.

Das Online-Angebot in Deutschland bleibt bis auf weiteres zersplittert


Für den Internet-Kunden ist die Lage wird die Lage allerdings immer verwirrender: welcher Online-Händler bietet eigentlich was? Manche Titel gibt es nicht nur als E-Book und Audiobook, sondern auch als iPhone-App. Andere wiederum nur in der Print-Version, und wenn man Glück hat, mit Online-Preview. Wieder andere Titel präsentieren sich auf den Buchhandels-Portalen nur mit Coverfoto und Klappentext. Auch Weltbild muss da trotz aktueller Fortschritte bei mehr als einer Million Titel immer noch passen. Während in den USA große Player wie Amazon, Google oder Barnes&Noble auch in digitaler Form sehr umfangreiche Sortimente vorhalten, ist die Lage auf dem deutschsprachigen Markt zwar etwas weniger monopolistisch, dafür aber auch weitaus chaotischer. Auch Projekte wie etwa Libreka, die Online-Plattform des deutschen Buchhandels, sind noch weit davon entfernt, die hiesige Leselandschaft umfassend in elektronischer Form widerszuspiegeln. Den besten Überblick zum aktuellen Angebot kann man sich immer noch an nicht-virtuellen Orten verschaffen – in den realen Buchhandlungen. Dort kann man schließlich die Nase in jedes beliebige Buch stecken – von der ersten bis zur letzten Seite.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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