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Verkaufsstart für Tolino Shine – Unboxing und erster Eindruck

7 Mrz 2013 Ansgar Warner 11 Kommentare

Donnerstag morgen, in einer Thalia-Filiale mitten in Berlin, kurz nach zehn: der Filialleiter hängt noch Tolino-Plakate auf, am E-Reader-Tisch sind schon die ersten Testgeräte eingeschaltet. Daneben liegen Exemplare des Bookeen Cybook Odyssey, der jetzt für 79 Euro verramscht wird. Der Tolino Shine dagegen kostet 99 Euro, hat dafür aber Glowlight-Funktion und höhere Auflösung. Zubehör für den neuen Reader -- vom Neopren-Sleeve bis zum Steckdosenadapter -- ist auch schon da, und glitzert hinter Blisterpackungen. Daneben stapeln sich Leerverpackungen mit dem orangen Aufkleber: “Wir beraten Sie gerne”. Doch wo ist der Reader selbst? “Auf Lager”, heißt es -- und eine Minute später halten wir einen orignalverpackten Tolino Shine den Händen.

Schon von außen wird auf den besonderen Clou des drahtlos funkenden Tolino Shine hingewiesen: “Gratis-Zugang zu über 11.000 Hotspots der Telekom” steht auf der Vorderseite der Verpackung, zudem wird die “TelekomCloud” erwähnt, auf der Rückseite findet man unter der Abbildung des Readers noch den Hinweis: “Powered by Deutsche Telekom”. Öffnet man die Verpackung, lacht einem bereits das E-Ink-Display des Readers entgegen, versehen mit einem Smile und dem Text: “Ich bin Tolino”. Unter dem Gerät liegt neben Kurzanleitung und Garantiekarte auch ein USB-Kabel.

Besonders auffällig am Äußeren ist der Home-Button unter dem Display. Der Mikro-USB-Port wie auch der SD-Kartenslot versteckt sich unter einer kleinen Klappe an der Unterkante. Zum Einschalten bzw. “Aufwecken” dient eine Slidertaste an der linken Oberkante. Daneben gibt’s an der rechten Oberkante noch einen Extrabutton zum Aktivieren des Glimmerlichts. Nach dem Einschalten gelangt man auf das Homescreen. Dort warten bereits drei vorinstallierte E-Book-Klassiker: “Frau Bovary”, “Die Verwandlung” sowie “Max und Moritz”.

Die Textfunktionen sind sehr übersichtlich: tippt man in der Lesansicht auf den Seitenkopf, erscheinen fünf Symbole. Sie führen zur Kapitelübersicht, zu den Lesezeichen, zu den “Schrifteinstellungen” (Fontgröße/Fontart), der Helligkeitsregulierung sowie einer Suchfunktion. Um alle Funktionen des Tolino Shine inklusive E-Store und Cloud-Speicher zu nutzen, muss der Reader via WLAN-Verbindung angemeldet werden. Drückt man die Slidertaste kurz nach rechts, wechselt der Reader in den Schlafmodus -- auf dem E-Ink-Screen steht dann die Nachricht: “Psst… tolino schläft.”

Erster Eindruck: mit dem Tolino Shine erhält man ein handliches, leichtes Lesegerät, das sich komfortabel mit dem Finger auf dem Touchscreen bedienen lässt. Der Kontrast des Displays ist dank Glowlight-Funktion sehr gut, auch kleine Fonts werden gestochen scharf dargestellt. Es fallen jedoch auch gleich ein paar Schattenseiten auf: Die Firmware scheint noch nicht perfekt zu sein -- denn viele von Kindle & Co. gewohnte Funktionen fehlen, vom variablen Zeilenabstand bis zum Markieren von Textpassagen oder einer Wörterbuchfunktion. Weitere Infos gibt’s in den nächsten Tagen in einem ausführlichen Testbericht.

11 Kommentare »

  • Connie schrieb:

    jetzt hätte ich aber gerne endlich gewusst, was “Tolino” bedeuten soll.

    Ich assoziiere eine Eiskrem-Sorte damit oder einen Fiat-500 oder ähnliches…

    Wer weiß es?

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Tja, das soll wohl auch so sein, schon beim Oyo hatte man auf ein Kunstwort gesetzt, das klanglich positive Assoziationen hervorrufen sollte, aber keine lexikalische Bedeutung besitzt. Und übrigens auch auf den alten tiefenpsychologischen Trick mit den beiden Os angewendet – siehe Omo & Co. – die den Kunden wie zwei Augen anschauen, um Aufmerksamkeit zu wecken…

  • Marc schrieb:

    Da bin ich doch mal gespannt, wie sich der Tolino im Vergleich mit den “großen” von Amazon und Kobo schlägt!

  • Dennis Schmolk schrieb:

    Ich teste das Ding gerade und twittere meine Ergebnisse als @dotbooks_verlag mit dem Hashtag #dbtolinotest – und bin etwas underwhelmed. Ich finde keine Notizfunktion, eines der Kernfeatures von Kindle. Ich konnte das Gerät erst als USB-Speicher laden, nachdem ich mir ein Hugendubel-Konto eingerichtet hatte.

    Und das ist ja sowieso der Witz: Von wegen offene, unabhängige Cloud. Wenn man bei Thalia kauft, hat man den Thalia-Shop, wenn man bei Hugendubel kauft, den von Hugendubel.

  • Dennis Schmolk schrieb:

    Bwahahahaha, ich teste gerade unsere neuen Titel auf dem Tolino. Das Gerät kann keine Links (!). D.h., HTML-TOCs sind nutzlos. Hyperlinks im Text auch. Die Sharing-Funktion via Facebook erlaubt natürlich auch nur, einen Link auf Hugendubel.de zu facebooken, da man ja keinen Text markieren kann.

    Dieser “Reader” made my day!

  • Ansgar Warner (author) schrieb:

    Die Notizfunktion habe ich auch vermisst: man kann aber offenbar auch nicht mal Textpassagen markieren, alles, was überhaupt geht, sind Lesezeichen ;-( Hoffentlich gibt’s bald ein Firmwareupdate! Was die Cloud betrifft: das auf dem Reader jeweils der E-Store des Anbieters installiert ist, bei dem man das Gerät gekauft hat, sollte aber eigentlich nix an der Funktionalität der TelekomCloud im Hintergrund ändern…

  • Thomas schrieb:

    Ich hab mir am Donnerstag einen geholt,zu meinem alten Sony PRS-650 dazu.
    Das Gerät läuft sehr angenehm flüsssig, die Bedienung der ja wenigen Funktionen intuitiv. Die Lesefreundlichkeit ist dank der hohen Auflösung+Glowlight noch höher als beim Sony, wie schon erwähnt fehlen aber doch (noch?) einige gewohnte Funktionen: Notizen, Wörterbuch, eine erwachsene Suchfunktion in größeren Bücherbeständen. Die Beleuchtung ist bei meinem Gerät etwas unregelmäßig, die stufenlose Helligkeitsregulierung nicht so stufenlos. Vieles ließe sich durch ein Update verbessern. Oder die Community bastelt was. Fazit: ein prima Einsteigergerät. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  • Holger Schaeben schrieb:

    Ich würde sagen: Hugendubel, Weltbild und Thalia habe sehr lange geschlafen. Nun sind sie ganz hektisch und bringen Tolino. Das Ding ist aber noch nicht perfekt. Da hätten sie doch noch ne Nacht drüber schlafen können. Fehlsstarts sind ganz schlecht fürs Image und ein schlechtes Image ist ganz schlecht für die Produktakzeptanz.

  • Boris Netsky schrieb:

    Ich kenne aus der Praxis den Vergleich Tolino – Sony PR-T2 und bis auf das Nachtlicht bevorzuge ich den von Sony. Zum einen ist die Verwaltung der Bücher durch “Reader for PC” einfacher und auch die Bedienung mit Tasten ist komfortabler wg. Fingerabdrücke usw. Zudem wird das letzte Wort abgeschnitten und man muss raten was noch kommt.
    Beim Sony liegt der USB-Anschluss offen, ist dadurch in einer Hülle besser zu laden oder mit dem PC zu verbinden. Beim Tolino ist der USB-Anschluss und der SD-karten-Einschub durch eine Abdeckung unten geschützt, aber abgesehen davon, dass ich mit dem baldigen “Abbruch” der Abdeckung rechne, ist es eine “Feinarbeit” das USB-Ladekabel einzustecken wenn der Tolino in einer Hülle steckt.

  • Tolino Shine: Der Kindle-Konkurrent im ersten Check – Chip Online | Internet Zeitung schrieb:

    [...] shine: Neuer E-Reader mit Cloud-Anbindungnetzwelt.deZEIT ONLINE -MobileHighlights -E-Book-News.deAlle 16 [...]

  • TEST! Tolino Shine | OnleiheVerbundHessen schrieb:

    [...] Shine im Schnell-Check: Kindle-Killer oder Scheinriese?” – “Verkaufsstart für Tolino Shine – Unboxing und erster Eindruck” – “Tolino Shine im Test: Wolkig mit Aufheiterungen” [...]

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