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Gutenberg 2.0: Buchhandel startet E-Book-Business auf Libreka.de

21 Feb 2009

E-Books verkaufen sich immer besser. In vielen englischsprachigen Ländern werden zweistellige Zuwachsraten verzeichnet. Nicht nur Anbieter wie Amazon legen zu, auch viele Verlage wie etwa Random House machen ihre Umsätze zunehmend mit elektronischer Lektüre. Jetzt hat auch der deutsche Buchhandel die Zeichen der Zeit erkannt: schon im März könnte der Buchhandel zum E-Book-Handel werden, besser gesagt: zur Download-Plattform. Auf dem Portal Libreka.de will man nämlich pünktlich zur Leipziger Buchmesse die schon länger geplante E-Commerce-Funktion freischalten.

Das Pferd, auf das die Deutschen setzen, heißt „Mobile PDF“

Zur Zeit wird der vorhandene Datenbestand fleissig ins E-Book-Format gebracht. Das Pferd, auf das man dabei setzt, ist zunächst „Mobile PDF“: „Wir wollen möglichst alle E-Book-Reader bedienen“, so Ronald Schild, Geschäftsführer von MVB, dem Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels. Vor allen Dingen will man mit Libreka plus Spezial-PDF aber offenbar den Verlagen entgegenkommen. Denn die erstellen ihre Druckvorlagen sowieso als normales PDF, das dann nur noch optimiert werden muss:

„Alle Verlage erhalten so die Möglichkeit, ihr Verlagsprogramm als E-Book über libreka! zum Verkauf anzubieten“, so Schild weiter.

Anders als normale PDF-Dateien sind Mobile-PDF-Seiten randlos, d.h. auf den reinen Textkörper reduziert. Somit können sie auf allen gängigen E-Book-Readern mit Sechs-Zoll-Display oder größer gelesen werden. Doch offenbar sind sich die Buchhändler bewusst, das PDF nur die zweitbeste Lösung ist.

Viele internationale Verlage nutzen den offenen Standard epub

Mittelfristig setzt Libreka nämlich auf den offenen epub-Standard, der nicht wie das von Acrobat entwickelte PDF an ein bestimmtes Unternehmen gebunden ist. Zudem eignet sich epub besser für die Darstellung auf kleinen Displays, da ein flexibler Seitenumbruch möglich ist. Viele internationale Verlage wie etwa Penguin Books bieten ihr Sortiment bereits parallel zur Printversion als E-Book im epub-Format an.
Nun holt auch Deutschland langsam auf. Mitte Februar konnte MVB verkünden, mit dem Berlin Verlag sei der tausendste Nutzungspartner aus der Branche gewonnen worden.

Heureka, ich habe im Internet ein Buch gefunden! Darf ich’s auch behalten!?

Das lässt sich auch im Internet nachvollziehen: Die Libreka-Datenbank enthält bereits knapp 96.000 Titel, die dank Volltext-Finde-Funktion durchsucht werden können. Nutzer können also sagen: Heureka, ich habe ein Buch gefunden. Nur mitnehmen und behalten dürfen sie es noch nicht. In der Startphase ist immerhin das seitenweise Online-Blättern in den digitalen Probierhäppchen erlaubt. Nur ein einziges E-Book wird bisher auch tatsächlich verkauft: Es heißt „Gutenberg 2.0“ und ist ein vom MVB publizierter Reader zum Thema E-Books.