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Graphicly startet Self-Publishing-Plattform speziell für E-Comics

26 Jan 2012

Graphicly startet eine großangelegte Self-Publishing-Offensive. Bisher konnten nur renommierte Verlage die digitale Distributionsmaschine des auf E-Comics spezialiserten Startups aus Boulder/Colorado nutzen. Damit brachten Big Names wie Marvel, Archie Comics oder IDW ihren Content nicht nur in App-Form auf zahlreiche Mobilgeräte, sondern über via Web-Interface und Facebook-Plugin auch auf zahllose Desktop-Browser. Diese Möglichkeiten stehen demnächst jedem Independent-Zeichner offen – eine Beta-Phase für Tester läuft bereits. „Graphicly hat damit die allerbesten Voraussetzung, von einem 23-Milliarden-Dollar Markt zu profitieren, eingeschlossen mehr als 300.000 Self-Publishing-Autoren, die ihre Comics und Graphic Novels im Jahr 2012 veröffentlichen werden“, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Analog zum Erfolg von Amazons Self-Publishing-Programm könnte Graphicly mit diesem Schritt das Angebotsspektrum anderer E-Comic-Anbieter bald übertrumpfen.

Komplett-Angebot für 150 Dollar

Für viele unabhängige Zeichner und Grafiker ist das Internet längst zur wichtigsten medialen Schnittstelle geworden. Vor allem, um dort mit kostenlosen Webcomics Aufmerksamkeit zu erlangen. Geld verdient wird damit nur indirekt. Die eigentliche Verwertung findet zumeist noch auf gedrucktem Papier statt. Manchmal auch schon über eine App für Mobilgeräte, doch die Investitionskosten dafür sind vergleichsweise hoch. Genau in diese Marktlücke stößt nun Graphicly vor. “Mit der Öffnung unserer Plattform stellen wir autmatisierte Tools zur Konvertierung, Distribution und Promotion zur Verfügung, und geben den Autoren zugleich volle Kontrolle über ihre Inhalte wie Einnahmen.“ Das komplette Paket für Self-Publisher kostet einmalig 150 Dollar, beim Vertrieb über die Graphicly-Apps wie auch das Facebook-Plugin fallen keine weiteren Gebühren mehr an.

Ausführliche Analyse-Werkzeuge für Autoren

Besonderen Mehrwert für Self-Publisher dürften der Zugang zur ständig aktualisierten Datenbasis von Graphicly sein, die genaue Einblicke in das Nutzerverhalten bietet. „Graphiclys erweiterte Plattform liefert maßgeschneiderte Analysen, mit deren Hilfe Autoren ihre Inhalte perfekt an den Bedürfnisse ihres Publikums ausrichten können. Zum ersten Mal können sie parallel Mediadaten und Social Media nutzen, um ihre Comics besser zu vermarkten und intensiver mit den Lesern in Kontakt zu treten“, so Micah Baldwin. „Comics. With Friends.“ lautet nicht zufällig der Claim des Unternehmens. Zu den Vorzügen der Graphicly-Plattform gehört nämlich nicht nur die komfortable Panel-für-Panel-Lektüre, sondern auch die starke soziale Vernetzung. Die Graphicly-Community hat bereits zehntausende Mitglieder, die sich nicht nur auf dem Forum IFanBoy austauschen, sondern auch die Social-Media-Elemente des Comic-Viewers selbst nutzen, also etwa auf einzelnen Panels eines Strips ihre Kommentare hinterlassen oder mit den Autoren einer Serie kommunizieren.

(via VentureBeat, Graphicly)