Home » E-Book-Reader

Glowlight, Low-Price, Farb-E-Ink: IFA-Trends für E-Leser

5 Sep 2013

Wer’s noch nicht wusste: Die Megatrends für das Jahr 2014 im Bereich Consumer Electronics (CE) heißen Vernetzung & Ultra HD. Das verkündete gestern der IT-Branchenverband BITKOM unter Berufung auf eine brandaktuelle Trendstudie. Insofern ist die IFA schon in der Zukunft angekommen: denn die aktuellen Gadgets sind „smarter, schärfer, intelligenter und komfortabler“ geworden. Smartphones & Tablets etwa verschmelzen nicht nur zu „Phablets“, sondern entwickeln sich zum Universal-Navigator für die häusliche Unterhaltungs-Phalanx, aber auch für die „Lebenserhaltungssysteme“ von der Klimaanlage bis zum Kühlschrank. IFA-Fanboys & -girls dürfen schon von der Steuerung über „Gesten und Gedanken“ träumen, während sich die Kassenwarte über den Status Quo freuen. Bis Ende 2013 werden die Consumer Electronics weltweit satte 836 Milliarden Euro einspielen, gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 2,8 Prozent.

Sonys neuer Reader PRS-T3 hinkt dem Markt hinterher

Gegenüber den Megatrends bleibt das klassische elektronische Lesen auch weiterhin eine IFA-Nische: Gerätehersteller, Medienhäuser und Verlage präsentieren unter dem Label „eLibrary“ in Halle 14.1 ihre Neuheiten – und sind natürlich nicht ganz so hipp wie etwa die IFA iZone mit „Mac, iTech & Apps“. Am meisten Aufsehen in punkto E-Reading hat im Vorfeld wohl Sony erlangt – kurz vor dem IFA-Start wurde in Berlin der neue PRS-T3 vorgestellt, huldigt technisch allerdings eher dem bewährten „gold standard of being one step behind the market“, wie Nate Hoffelder süffisant anmerkt. Denn statt Glowlight gibt’s nur normales Pearl-E-Ink, wer Beleuchtung braucht, muss zum optionalen Cover mit integrierter Leselampe greifen, und insgesamt fast 200 Euro investieren.

Pocketbook zeigt E-Ink in Farbe

Deutlich mehr in Sachen Preis-Leistungsverhältnis bietet da Pocketbook: mit dem günstigen 5-Zoller Pocketbook Mini (ab 59 Euro) bekommt man auf der IFA ein hervorragendes Einsteigermodell für die Hosentasche zu sehen, mit dem 6-Zoller Pocketbook Touch Lux einen State of the Art-Glimmerlicht Reader mit HD-Auflösung (ab 129 Euro). Besonderer Hingucker ist aber wohl der Farb-Reader Color Lux – ausgestattet mit 8-Zoll großem E-Ink-Triton-Display. Von Größe und Gewicht (300 Gramm) her eher schon eine Art Tablet-Hybrid. Bei Auflösung (800×600) und Kontrast, das haben erste Tests gezeigt, kommt das Gerät jedoch nicht an konventionelle E-Reader heran, die Farbsättigung wiederum ist deutlich schlechter als bei einem Tablet-Display.

Kobo launcht den kleinen Bruder des Aura HD

Zu den Stammgästen auf der IFA gehört auch der kanadische Amazon-Konkurrent Kobo – der kurz vor der Premiere des Kindle Paperwhite selbst einen neuen Glowlight-Reader auf den Markt geworfen hat, den Kobo Aura. Den kleinen Bruder von Kobos hochauflösendem 7-Zoll-Luxus-Lesegerät Kobo Aura HD gibt’s ab Mitte September für 150 Euro. Dafür erhält man einen Reader, der Seitenwechsel ohne Flackern und das gleichmäßigste Glowlight der gesamten Branche verspricht. Wie bei Kobo gewohnt bekommt man zudem eine sehr komfortable, schön gestaltete Benutzeroberfläche, inklusive zahlreicher Social Reading- und Auswertungsfunktionen.

Trekstor setzt auf Glowlight plus Low-Price

Sparfüchse, die auf alle Nice-to-haves verzichten können, sollten auf der IFA wohl lieber bei Trekstor vorbeischauen – für das Weihnachtsgeschäft haben die Hessen ein echtes Schnäppchen zusammengeschraubt: der Tastenreader „Pyrus 2 LED“, lieferbar ab Oktober, ist mit 80 Euro derzeit der günstigste Glowlight-Reader auf dem deutschen Markt. Auf Touchscreen wie auch WiFI muss man zwar verzichten, ebenso auf XGA-Auflösung, doch dafür sollte man konstrastmäßig voll auf seine Kosten kommen – immerhin verbaut Trekstor seit neuestem nämlich Original-Displays aus dem Hause E-Ink, wenn auch nur der dritten Generation.

Falls Amazon auf der IFA das neue Kindle Paperwhite II präsentieren sollte, kann man womöglich gleich einen Blick auf die Zukunft von E-Ink werfen. Einen Tag vor Messestart hat E-Ink nämlich mit „Carta“ einen neuen Standard angekündigt – mit um 50 Prozent verbessertem Kontrast und optimiertem Page-Refresh. Und die Mitteilung hinzugefügt, als erstes werde die neue Technologie im neuen Kindle verbaut.

Abb.: Glowlight, aber noch kein Low-Price: auf der IFA 1977 informiert die Deutsche Bundespost über Bildschirmtext (Messe Berlin GmbH)