Globales Verlagsranking 2016: Das sind die wahren „Big Five“ der Buchbranche

freie-quellen-fuer-ebooks-und-hoerbuecherPublikumsverlage produzieren Belletristik und Sachbücher für das ganz große Publikum — was sie auch in der öffentlichen Wahrnehmung ganz nach vorne drängt. Bestes Beispiel sind die „Big Five“ im englischsprachigen Raum, sie werden in der Berichterstattung gerne mal als „die Branche“ genommen, z.B. was den Umgang der Zunft mit E-Books oder die Zukunftsfähigkeit von Verlagen allgemein betrifft. Das „Global Ranking of the Publishing Industry“ von Rüdiger Wischenbart/Livres Hebdo (veröffentlicht etwa bei Publishers Weekly) rückt zum Glück die Dimensionen mal wieder zurecht und zeigt: die Buchbranche ist tatsächlich weitaus größer und generiert noch immer satte Umsatzzuwächse. Alleine schon deshalb, weil mindestens die Hälfte der Einnahmen mit Fachbüchern und Schulbüchern erzielt werden.

Pearson ist weltweit die Nr. Eins

Die Top Fünf der Buchkonzerne weltweit kamen 2015 auf insgesamt 24 Milliarden Dollar Umsatz. Die „Big Five“ der englischsprachigen Publikumsverlage dagegen schafften nicht mal 10 Milliarden Dollar. So wundert es auch nicht, dass an der globalen Publishing-Spitze vier ganz andere Namen stehen, nämlich Pearson (GB), ThomsonReuters (Kanada), die RELX Group (GB/NL/US) und WoltersKluwer (NL). Erst auf Platz fünf kommt mit Penguin Random House die Nummer Eins der „klassischen“ Big Five. Doch immerhin, so haben durch die zum Bertelsmann-Konzern gehörende Verlagsgruppe die „Big Five“ zumindest noch einen Fuß in der Tür. Hachette schafft es nur auf Platz Acht, Harper Collins auf Platz 13, Macmillan (als Teil des Holtzbrinck-Konzerns) erreicht noch Patz 19, und ganz abgeschlagen liegt schließlich Simon & Schuster auf Platz 29.

Chinesische Verlage auf dem Vormarsch

Geht man all die Namen durch, fällt übrigens auf: Unter den Top 20 sind nicht nur viele europäische Wissenschafts- und Fachbuchverlage, man findet dort inzwischen auch vier chinesische Großverlage. Deutsche Konzerne sind nur dreimal vertreten, neben Penguin Random House und Holtzbrinck auch der (anteilig von Holtzbrinck gehaltene) Wissenschaftsverlag Springer. Insgesamt umfasst das Ranking 52 Plätze, so das weiter unten auch noch hiesige Schulbuchverlage wie Westermann, Cornelsen & Klett auftauchen.

(via The Digital Reader & Publishers Weekly)

Abb.: State Library Victoria Collections (cc-by-2.0)

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".