GfK-Umfrage: Jeder dritte Franzose ist ein E-Book-Pirat

Oh la la: Obwohl in Frankreich illegale Downloads mit harten Sanktionen bis hin zur „Netzsperre“ belegt werden, greifen 27% der Leser lieber zum gecrackten E-Book auf Tauschforen. Das zeigte jetzt eine Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), an der 1000 Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren teilnahmen. Die Ergebnisse decken sich in ihem Ausmaß mit den Zahlen der französischen Netzbehörde HADOPI, die bisher mit 18 Millionen Beschwerden wegen Copyright-Vergehen regelrecht überschwemmt wurde, und im Rahmen der „Three Strikes“-Regel bereits fast 500.000 erste Verwarnungen an User verschickt hat. Anders als in Deutschland ist die Motivation für die literarische Piraterie aber nicht nur das überhöhte E-Book-Pricing, sondern offenbar auch das mangelnde Angebot – viele Titel sind aufgrund abwartender Haltung der französischen Verlage offziell noch gar nicht elektronisch lieferbar. So erklären sich wohl auch die weiteren Erkenntnisse aus der GfK-Umfrage. Denn mehr als die Hälfte (52%) der heruntergeladenen Lektüre stammte aus Bibliotheksbeständen, verfügbar etwa auf dem Gallica-Portal der französischen Nationalbibliothek oder via Google Books. Der Online-Buchhandel kommt dagegen nur auf einen Anteil von 41 Prozent. Doch auch da suchen die Leser jenseits des Rheins vor allem nach kostenlosen bzw. gemeinfreien Titeln, insgesamt wurde nur für ein Viertel der Downloads das Portemonnaie gezückt.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".

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