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Geteilte Weihnachts-Bilanz: Weltbild & Amazon feiern Rekorde, die Branche stagniert

3 Jan 2013 Ansgar Warner 2 Kommentare

Fast wirkt es so, als hätte die Weihnachtssaison 2012 auf zwei verschiedenen Planeten stattgefunden: Der stationäre Buchhandel verzeichnete insgesamt nur ein schwaches Plus von 1,3 Prozent, der E-Reader-Absatz stagniert. Ganz anders bei den großen Playern Amazon und Weltbild. Wie gewohnt konnten die Presseabteilungen Rekordmeldungen in Umlauf bringen – für Weltbild hat es sich besonders gelohnt, sowohl in der Fläche wie auch online gut aufgestellt zu sein: alleine das Low-Cost-Lesegerät eBookReader 4 verkaufte sich zum Fest mehr als hunderttausend mal. Gegen das von Trekstor produzierte Gerät läuft jedoch eine Patentklage, die weitere Höhenflüge im Jahr 2013 ausbremsen könnte. Nicht ganz reibungslos lief der Absatz des völlig legalen Weltbild-Tablets PC4 – zeitweise kam es nämlich zu Lieferengpässen. Insgesamt konnte der E-Book-Anteil bei Weltbild, Hugendubel & Co. im vergangenen Jahr auf satte 20 Prozent gesteigert werden. Weltbild-Chef Carel Halff prognostiziert nun bereits: „Bis 2015  werden 15 bis 25 Prozent aller Bücher in Deutschland als digitale Ausgaben verkauft“.

Bei dieser Entwicklung wird natürlich auch Amazon eine Rolle spielen – nicht umsonst belegten Kindle-Reader und Kindle-Tablets in dieser Weihnachtssaison bei Amazon.de führende Plätze der Bestsellerliste im Elektronik-Bereich. Besonders beliebt im E-Ink-Bereich war neben dem neuen Kindle Paperwhite auch das Basisgerät Kindle 4, mittlerweile zum Preis von 79 Euro erhältlich (zum Vergleich: der Weltbild-Reader kostet 59 Euro). Im Tablet-Bereich war dagegen das Kindle Fire HD erste Wahl, in Amazons weltweiter Bestseller-Liste stand das neue Tablet im Ranking aller Produkte auf Platz 1. Nicht nur der Hunger nach Lesefutter wurde dadurch noch einmal kräftig eingeheizt: am 25. Dezember durfte Amazon.com den bisher erfolgreichsten Herunterlade-Tag aller Zeiten feiern. Während im US-Kindle-Store am häufigsten John Grishams Thriller „The Racketeer“ geshoppt wurde, bevorzugten deutsche Amazon-Kunden (laut Amazon-PM vom 18. Dezember) in der Weihnachtssaison die E-Book-Version von Camilla Läckbergs Krimi „Schneesturm und Mandelduft“, dicht gefolgt von Nika Lubitschs Thriller „Der 7. Tag“.

Besonders stark globalisiert haben sich dagegen bereits die Bestseller-Listen im Print-Bereich, zumindest bei Amazon. Sowohl bei Amazon.com wie auch bei Amazon.de stand im Dezember die „Fifty Shades“-Trilogie auf den ersten drei Plätzen. Im deutschen Buchhandel insgesamt lag dem Börsenverein zufolge dagegen Jonas Jonassons Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ vorn, gefolgt von Jeff Kinneys „Dumm gelaufen“ (7. Band der Reihe „Gregs Tagebuch“) sowie Nele Neuhaus’ neuen Krimi „Böser Wolf“.

Abb.: fugatebetai_shyashin/Flickr

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