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Gestatten, CSO: Vom Schriftsteller zum „Chief Storytelling Officer“

4 Mai 2015

chief-storytelling-officerGestatten, CSO, Chief Storytelling Officer! Oberster Geschichten-Erzähler… Was für ein toller Titel – und das beste: es gibt solche Planstellen für Schriftsteller wirklich, zumindest in der englischsprachigen Welt. Der pakistanische Bestseller-Autor Mohsin Hamid etwa („So wirst du stinkreich im boomenden Asien“, „Der Fundamentalist, der keiner sein wollte“ etc.) ist seit kurzem CSO des Londoner Kreativ-Beratungsunternehmens Wolff Olins.

Vom literarischen Büro zum Corporate Storytelling

Man könnte natürlich behaupten, das Erzählen von Geschichten zum Geschäftsmodell zu machen wäre gar nichts so furchtbar neues. Immerhin wurden selbst die PR-Abteilungen großer deutscher Unternehmen in den 1920er Jahren noch als „Literarische Büros“ bezeichnet.

Und erzählt wird auch heute eine ganze Menge, besonders performativ natürlich online, wo eine Horde von Corporate Bloggern, Social Media Gurus und Community Managern im direkten Dialog mit den Kunden an der großen Unternehmens-Erzählung webt. Manchmal werden sogar zukünftige High-Tech-Produkte zunächst narrativ entworfen, siehe den Bereich „Science Fiction Prototyping“.

„Creating a story, reshaping a strategy“

Der literarisch begabte „CSO“ jedoch ist immer noch eine eher seltene Spezies, auf Plattformen wie LinkedIn findet man vielleicht ein, zwei Dutzend Personen, die eine solche Tätigkeit in ihrem Portfolio bzw. ihrer Vita verzeichnen.

Im Fall von Mohsin Hamid geht es darum, im Auftrag des Kreativbüros Chefs von großen Unternehmen (jaja, genau, CEOs) zu helfen, ihre eigene „Story“ rüberzubringen, gegenüber den Mitarbeitern ebenso wie gegenüber den Kunden. Was nicht nur bei Start-Ups Sinn macht, sondern auch bei Projekten, die in einem schwierigen Markt an Wachstumsgrenzen stoßen und ihren Kurs neu ausrichten möchten. „Creating a story is about reshaping a strategy“, sagt Hamid.

Business-Modell auch für Journalisten

Die komplette Story über den CSO Mohsin Hamid – der nebenbei schon wieder an seinem neuesten Roman werkelt – findet man nicht zufällig auf FastCompany. Dort wird über Corporate Storytelling schon seit längerem diskutiert, zumeist allerdings als Business-Modell für Journalisten. Das nüchterne Synonym für das unternehmerische Geschichtenerzählen lautet dabei dann meist: Content Marketing.

(Via FastCompany)

Abb.: Garry Knight/Flickr (cc-by-2.0)