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German Hacker-Angst vs. NFC: An der Kasse bleibt das Smartphone meist noch in der Tasche

22 Mai 2018

nfc-logo„Das Smartphone ist dank der NFC-Technologie ideal geeignet, um bargeldlos zu bezahlen“, lobt Bitkom-Präsident Achim Berg. Und liefert im nächsten Halbsatz gleich einen Grund frei Haus, warum die Deutschen trotzdem nicht mehrheitlich ihr Mobilgerät am Point of Sale zücken: „Ebenso wie beim kontaktlosen Bezahlen mit Kreditkarte lässt sich der Rechnungsbetrag in Sekundenschnelle begleichen“ — ay, there’s the rub! Denn das laut einer aktuellen Bitkom-Studie drei von fünf Smartphone-Nutzern im Laden nie mit ihrem Telefon zahlen, hat sehr viel damit zu tun, dass man längst auch mit Kredit- und Debitkarten berührungslos zahlen kann.

„Deutsche beim Geld traditionell konservativ“

Allerdings ist das in anderen Ländern natürlich auch so, und trotzdem gibt es zum Beispiel in Skandinavien eine weitaus größere Akzeptanz für das Bezahlen per Smartphone an der Ladenkasse. Die Deutschen haben offenbar — anders als beim Online-Einkauf — psychologische Hemmungen, den ubiquitären Begleiter auch als Portemonnaie zu benutzen: Tatsächlich geben fast zwei Drittel „Sicherheitsbedenken“ an, sie befürchten, „Hacker könnten auf diese Weise auf ihr Konto zugreifen“. Dagegen schiebet nur etwa ein Drittel technische Gründe vor — das Bezahlen mit dem Smartphone „dauere zu lange“.

„Wenn es um Geld geht, sind die Kunden in Deutschland traditionell sehr vorsichtig und eher konservativ eingestellt“, kommentiert Berg das Phänomen. Zugleich bleibt er optimistisch, was die Smartphonisierung der stationären Einkaufswelt betrifft: Man erlebe derzeit, wie sich die Finanz- und Bankenlandschaft grundlegend verändere — und das werde auch die Art und Weise beeinflussen, wie wir im Geschäft bezahlen.

Vertrauen in Internet-Konzerne wächst

Sprich: es drängen nicht nur große Internet-Konzerne auf den Markt für Bezahldienstleistungen, sondern auch zahlreiche „Fintech“-Startups. Und interessanterweise wären bereits vier von zehn Bundesbürgern bereit, ihre Bankgeschäfte via Apple, Google oder Amazon zu tätigen. Das könnte in Zukunft noch lustig werden, so à la „Kommt ein Kunde in die Buchhandlung und fragt: Kann ich auch mit Amazon Pay zahlen?“