Fünf ist Trümpf: Die neue Liga der 5-Zoll-Reader

Die neue Liga der 5-Zoll E-Reader Bild_Pixelio_Kathrin Antrak.gifGanz klein kommt ganz groß raus. Bookeen mit dem Opus, Sony mit dem PRS 300 und Bebook mit dem geplanten Mini: alle setzen auf kleinere, handlichere E-Reader mit 5-Zoll-Display. Auch die Russen sind in der Offensive: mit dem Pocketbook 360 geht der osteuropäische Netronix-Distributor Pocket-Book ebenfalls mit einem Lesegerät für die Hosentasche an den Start. Preis und Leistung unterscheiden sich jedoch deutlich – obwohl keines der Geräte über ein Touch-Screen verfügt oder WiFi-fähig ist.

Je kleiner das E-Ink-Display, desto günstiger der gesamte E-Reader

Ein wichtiges Argument für die Mini-Reader ist offenbar der Preis: E-Ink-Displays sind das teuerste Element eines Lesegerätes, verkleinert man die Fläche, sinken auch die Kosten. Was allen 5-Zoll-Displays gemeinsam ist: das Display ist zwar kleiner, die Auflösung bleibt aber wie bei 6-Zoll-Readern, nämlich 600 mal 800 Pixel. Trotzdem wird man im Vergleich zum 6-Zoll-Reader öfter umblättern müssen, wenn man nicht kleinere Buchstaben in Kauf nehmen möchte. Zentral für die Mini-Reader-Strategie ist wohl auch der Mobilitäts-Faktor: bisherige Geräte sind einfach zu sperrig, um sie immer dabei haben zu können. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung dürfte am Ende die Kombination von Preis und Komfort sein. Allerdings: zum Preis der meisten 5-Zoll-Geräte gibt es auch jetzt schon einen iPod Touch — inklusive Farbdisplay, WLAN-Fähigkeit und Touch-Screen.

Fünf ist Trümpf: die Preisspanne der 5-Zoll-Reader reicht von 150 bis 280 Euro

  • Der PRS-300 von Sony kommt zwar nur mit 512 MB internem Speicher, kann aber 8 Graustufen darstellen. Der Reader bringt jedoch außer USB keine weitere Schnittstellen mit — kann also auch keine SD-Karte aufnehmen. Spartanische Ausstattung — spartanischer Preis: Mit etwa 150 Euro wird der PRS 300 der günstigste Reader auf dem Markt sein.
  • Das BeBook Mini vom niederländischen Hersteller Endless Ideas hat bis auf das 5-Zoll Display die gleichen Leistungsdaten wie das ursprüngliche BeBook 1 (512 MB interner Speicher, Einschub für SD-Karte). Es soll ab Ende August für 199 Euro erhältlich sein, also rund hundert Euro günstiger als die bisherige 6-Zoll-Variante.
  • Schon seit ein paar Wochen im Handel ist das Cybook Opus vom französischen E-Reader-Hersteller Bookeen (etwa 250 Euro). Es kann wie das BeBook 4 Graustufen darstellen, bietet aber nicht nur mehr internen Speicher (1 MB) als das BeBook, sondern als Zusatz auch eine „Accelerator-Funktion“ — je nach Position des Gerätes wird eine Buchseite auf dem Display im Hoch- oder Querformat dargestellt.
  • Eine Klasse für sich ist dagegen das russische Pocket-Book. Es bietet zwar dank SD-Karten-Slot und Accelerator-Funktion mehr Komfort, wird aber in Deutschland vorraussichtliche zwischen 260 und 280 Euro kosten.
  • Bild: Pixelio/Kathrin Antrak

    Veröffentlicht von

    Ansgar Warner

    Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".