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Funding ist Pop: Leser-Crowd hilft Ventil-Verlag aus der Finanz-Klemme

31 Jul 2017 0 Kommentare

Wenn ein kleiner, aber feiner crowd-rettet-ventil-verlagVerlag mit dem Schwerpunkt Pop- und Subkultur Geld braucht, liegt es ja fast schon nahe: zapf die Crowd an! Schließlich ist Crowdfunding nicht nur Pop, es kommt auch aus dem Sektor Populärkultur — gut vernetzte Fan-Communities waren schon immer eine besonders zuverlässige Basis für Massenspenden. Im Fall des Ventil Verlag ging diese Rechnung auf, eine engagierte Leserschaft half den Mainzer Buchmachern aus der buchhalterischen Bredouille. Insgesamt 292 UnterstützerInnen sammelten in wenigen Wochen mehr als 15.000 Euro.

Kollektivbetrieb gerettet, Herbstprogramm dito

Der vor zwanzig Jahren gegründete Kollektivbetrieb, in dem alle Mitarbeiter auch Eigentümer sind, kann jetzt wie geplant sein Herbstprogramm herausbringen, unter anderem „Glam – Glitter Rock und Art Pop von den Siebzigern bis ins 21. Jahrhundert“, den Punkrock-Erzählband „Many Injured, More Dead“, sowie „Schwarz Rot Pop – Popmusik im Echoraum des Rechtspopulismus“. Und auch das eine oder andere vegane Kochbuch.

Krautpublishing kompensiert geklaute Tantiemen

Hintergrund des finanziellen Engpasses war ironischerweise ebenfalls eine Art Kollektivierung, bzw. Re-Kollektivierung: der Ventil-Verlag muss wie viele andere Verlage auch nach dem juristischen Streit zwischen Autoren und der VG Wort in Kürze einen ganzen Batzen unrechtmäßig einbehaltener Tantiemen an die elenden Skribenten erstatten, die Rede ist von knapp 20.000 Euro.

(via boersenblatt.net)

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