Für Sonntagsleser: FAS gibt’s jetzt auch als iPad-App

Keine saure Gurkenzeit mehr auf dem iPad: die App der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) versorgt kluge Köpfe unter den Digital Natives nun auch am Tag des Herrn mit mit aktueller Lektüre. Die neue Lese-App bringt grafisch gelungen, aber ohne viel Bling-Bling die Inhalte der Papierversion aufs Tablet. Hier und da werden interaktive Grafiken, Bildergalerien oder Hörproben eingestreut. Eine spezielle Übersichtsfunktion macht das umfangreiche Blatt auch digital beherrschbar. Entwickelt wurde die iPad-App der FAS von der Agentur Kircher Burkhardt. Die aktuelle Ausgabe (4. Dezember 2011) ist als Leseprobe kostenlos erhältlich, einzelne Ausgaben gibt’s zum Preis von 2,99 Euro, das monatliche Abo kostet 10,99 Euro.

Gelesen wird ausschließlich im Querformat

Kann man eine „wiederholt zur schönsten Zeitung der Welt gekürte Sonntagszeitung“ tatsächlich auf ein neun Zoll-Display bringen, ohne das die Schönheit leiden muss? Nach Meinung von FAS-Herausgeber sind die Vorzüge von Papiermedium und Touch-Screen nun jedenfalls „bei einfacher Bedienung und Konzentration auf das Wesentliche“ perfekt kombiniert. Tatsächlich ist das Layout angenehm schlicht, viele Artikel der im Querformat gelesenen App haben nur eine Auftaktgrafik. So blättert man sich beim Weiterlesen in horizontaler Richtung durch digitale Bleiwüsten – fast schon wie bei einer E-Book-App. Durch die einzelnen „Bücher“ der FAS gelangt man mit einen Fingerwisch von rechts nach links. Über einen Tipp auf den unteren Seitenrand kann man zudem zurück ins Menü navigieren oder eine spezielle Übersichtsseite öffnen, die alle Artikel im Miniaturformat zeigt.

Kombi-Angebot Print plus Digital nicht geplant

Die gedruckte FAS ist als Sonntagsausgabe der FAZ seit 2001 bundesweit erhältlich. Sie nutzt redaktionelle Ressourcen der Wochenausgabe, hat aber eine eigene Kernredaktion und setzt sich vom Layout her deutlich vom Mutterblatt ab. Ähnlich hat man es nun bei der App gehalten, die sich im Gegensatz zur FAZ-App stark am Magazin-Stil orientiert, dabei aber zugleich mit Bilderstrecken eher sparsam umgeht. Die App bleibt letztlich ebenso wie die normale FAZ-App ein digital aufgehübschtes E-Paper, denn die Texte sind eigentlich weder stilistisch noch von der Länge her an das digitale Umfeld angepasst. Dessen ungeachtet will man mit dem neuen Produkt offenbar komplett neue Leserschichten erschließen. Denn da ein vergünstigtes Kombi-Angebot Print plus Digital nicht geplant ist, werden die normalen Abonnenten der FAS wohl auch weiterhin Sonntags im Pyjama zum Briefkasten laufen.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".