Für digitale Rosinenpicker: Pocketstory bietet Lektüre artikel- & kapitelweise an

pocketstory-digitale-rosinenpickerWenn iTunes Musik Track für Track verkaufen kann, sollte man dann nicht auch News oder Literatur artikelweise bzw. kapitelweise vermarkten können? Ja, finden Heiko Hofer, Michael Leitl und Thorsten Höge, die Gründer von „Pocketstory“. „Die Lesegewohnheiten haben sich verändert, es bleibt immer weniger Zeit, ein ganzes Magazin zu lesen. Darauf reagieren wir und picken die Rosinen aus Heften und Büchern“, so Pocketstory-Geschäftsführer Höge. Besonderer Vorteil: „Der Leser bezahlt nur für das, was ihn wirklich interessiert“.

Kuratiert plus Data-Mining

Auf der neuen Plattform erhält man Lektürehappen vom Shortie für 39 Cent bis zur längeren Story für 1,99 Euro. Laut Mission-Statement dreht sich alles um „Geschichten von Menschen, die etwas Besonderes erlebt haben, oder mitten in ihren Abenteuern stecken“. Zum Start findet man zum Beispiel Artikel aus FAZ oder Berliner Zeitung, SPIEGEL oder ZEIT, Mare oder Galore, aber auch aus Büchern des Campus-Verlages. Bei der Auswahl setzt Pocketstory auf eine Mischung aus kuratierten Inhalten und Data-Mining, um auf die Interessen der Leser reagieren zu können. Was registrierte Nutzer auf dem Portal als Auswahl zu sehen bekommen, lässt sich aber auch von ihnen selbst durch entsprechende Filtereinstellungen regulieren.

Rosinenpickerei leider sehr teuer

Um die Auswahl zu erleichtern, wird zudem die durchschnittliche Lesesdauer eines Textes angezeigt. Auf diese Weise wollen die Macher von Pocket-Story Lektüre liefern, die „genau in die Lücke zwischen zwei Bahnhöfe oder das Warten auf den Anschlussflug am Flughafen passt“. Das neue Angebot finanziert sich ausschließlich über Paid-Content und ist werbefrei. Allerdings ist die digitale Rosinenpickerei auch recht teuer: schon nach wenigen Artikeln hat man mehr Geld ausgegeben als für eine komplette Zeitung oder ein Wochenmagazin. Ein preisgünstiges Abo oder eine Flatrate wird derzeit von Pocketstory leider nicht angeboten.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".