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Fünf Jahre Tolino: erfreulicher Publikumserfolg trotz Pleiten, Pech und Pannen

6 Mrz 2018

tolino-fuenf-jahreIm März 2013 ging ein Raunen durch die E-Reading-Nation Deutschland: nach fünf Jahren Marktdominanz durch Amazons Kindle hatten die deutschen Buchhändler zusammen mit der Telekom als Technologiepartner endlich eine gemeinsame Antwort gefunden — die Tolino-Allianz war geboren. Konkurrenzfähige Tolino-Reader, anfangs auch Tolino-Tablets, später Tolino-Apps, eine benutzerfreundliche E-Book-Cloud-Lösung, Beteiligung der unabhängigen Buchhändler über den Barsortimenter Libri als Kooperationspartner, seit neuestem auch ein E-Book-Verleihservice namens tolino select: die Gutenberg-Galaxis hat zurückgeschlagen, voll auf der Höhe der Zeit.

Kopf an Kopf-Rennen mit Amazon

Das zeigen auch die Zahlen — Amazon mag zwar knapp Marktführer sein im deutschen E-Book-Geschäft, doch die Gran Tolino Koalition hält mit knapp 40 Prozent Marktanteil wacker dagegen, erst recht seit dem mit der Mayerschen Buchhandlung und Osiander auch große regionale Ketten mit an Bord sind. Die Präsenz im stationären Geschäft gehört zur besonderen Stärke der Marke Tolino — in tausenden Filialen der großen und kleinen Ketten wie auch vieler Indie-Buchhandlungen sind die Geräte zu finden, kundige Beratung durch die Buchhändler inklusive.

Tolino-Allianz erhält Vielfalt auf dem E-Book-Markt

Tolino ist am Ende der Hauptgrund dafür, dass der deutsche Buchmarkt auch 2018 noch anders aussieht als etwa in den USA oder Großbritannien — dort haben es die Kindle-Gegenspieler längst aufgegeben, der E-Book-Markt ist gleich Amazon, und umgekehrt. Dass diese Gleichung in Deutschland, und auch in Tolino-Exportmärkten wie Österreich, Schweiz, Benelux und Italien nicht so einfach aufgeht, ist wirklich mal ein Grund zum Feiern.

Kleiner Reader, dein Weg war ein steiniger

Eine makellose Erfolgsgeschichte ist Tolino allerdings nicht. Der Einstieg der unabhängigen Buchhändler wurde anfangs verpatzt, die Weltbildpleite schwächte die Allianz ebenso wie die Turbulenzen von Thalia und zuletzt der Wegfall des Technologiepartners Deutsche Telekom, für den Rakuten-Kobo einspringen musste. Nicht zuletzt machten immer wieder fehlerhafte Updates den Nutzern der E-Reader das Leben schwer, ausgerechnet zum fünften Geburtstag gelangte in diesen Tagen wieder solch ein Schmankerl auf die Lesegeräte.

Zum Glück soll es sich bei den Tolino-Kunden ja überwiegend um „Hybrid-Leser“ handeln, die sowohl digital wie analog lesen — Ersatzlektüre dürfte also in den meisten Fällen zur Hand sein…

Abb.: mytolino.de