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Fünf Jahre Faire Maus – Nager IT zeigt, dass nachhaltige Digitaltechnik möglich ist

20 Nov 2017 0 Kommentare

faire-mausIn diesem Jahr haben sich die Technik-Jubiläen nur so gehäuft. Der Personal Computer (Apple II / Commodore PET) wurde vierzig Jahre alt, iPhone und Kindle-Reader wurden zehn Jahre alt — erst tauchte die digitale Desktop-Revolution am Horizont auf, dann die die digitale Mobil-Revolution, und brachte uns nicht zuletzt auch das digitale Lesen. Gerade weil beide Entwicklungen unseren medialen Alltag nachhaltig verändert haben, sollte man aber ein weiteres Jubiläum in punkto Nachhaltigkeit nicht vergessen: die faire Maus von Nager IT wird in diesen Tagen fünf Jahre alt.

20.000 Nager made in Bichl

Zwanzigtausend von Version zu Version immer fairer produzierte Mäuse sind seit 2012 aus dem bayerischen Bichl in alle Welt verschickt worden — mittlerweile zum Beispiel mit Scrollrad aus regionalem Holz, fairem Lötzinn von der Initiative Fairlötet, fair bestückter Leiterplatte, fairer Endmontage, und so weiter. Und nun steht der erste Großauftrag ins Haus, mindestens Zwanzigtausend weitere Mäuse wird es somit geben.

Faire Maus macht Lieferketten nackig

Ähnlich wie das 2013 angetretete Fairphone, bei dem es u.a. um die verantworbare Herkunft von enthaltenen Edelmetallen wie Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold geht, zeigt das Projekt aber vor allem auch, wie schwierig es ist, bei aufwändig und kleinteilig hergestellter Technik das Thema Nachhaltigkeit ins Zentrum zu rücken – schließlich muss man erstmal höchst komplexe Lieferketten durchschauen und sich dann auf die Suche nach Alternativen machen, soweit es sie überhaupt schon gibt.

Große Konzerne bei Green IT zurück

Man redet in diesem Jahr der diversen digitalen Geburtstage gerne von Tech-Pionieren wie Steve Jobs, Jeff Bezos oder Bill Gates — doch die eigentlich IT-Heldin ist für mich Nager IT-Gründerin Susanne Jordan, ursprünglich angetreten, um einen fairen PC zu produzieren, dann aber umgeschwenkt auf das überschaubarere Projekt der fairen Maus.

Die Sysiphus-Arbeit des nachhaltigen Reverse-Engineerings könnte man sich natürlich sparen, wenn die großen Konzerne grüne IT endlich entschiedener auf die Agenda setzen würden, doch danach sieht es vorerst nicht aus, siehe das aktuelle Greenpeace-Ranking, bei dem (außer dem Fairphone) alle Unternehmen abgewatscht wurden.

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