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Frisch gedruckt statt E-Book: Espresso Book Machine beschleunigt Print-On-Demand

20 Jul 2009

Espresso Book Maschine beschleunigt Print On Demand.JPGAuch im Zeitalter von E-Books wird es weiterhin auf Papier gedruckte Versionen von Büchern geben. Dank Print-On-Demand werden sie jedoch direkt vor unseren Augen produziert, während wir einen Espresso schlürfen: das Zeitalter der Buch-Maschine hat begonnen. Vorreiter ist das amerikanische Unternehmen On Demand Books. Mit der Espresso Book Machine 2.0 steht mittlerweile ein Gerät zur Verfügung, das ein Buch tatsächlich genauso schnell drucken kann wie eine Espresso Maschine Kaffee kocht.

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker

Das Herz der Espresso Book Machine ist ein Hochgeschwindigkeits-Drucker: ein Buch mit 300 Seiten in beliebigem Format kann damit in etwa drei bis vier Minuten produziert werden. Parallel zum Druck der Seiten wird ein Farb-Umschlag hergestellt. Der Papierstoß wird mit Leim versehen, in das Cover gepresst, und schließlich werden die Ränder beschnitten. Die PDF-Vorlagen von kommerziellen Titeln liefert der Kooperationspartner Ingram Book Group, einer der bedeutendsten Buch-Großhändler weltweit.

„The Espresso Machine eliminates the Gutenberg Supply Chain“

Zehn Exemplare der EBM 1.5 wurden bereits seit 2008 in Buchläden und Bibliotheken in aller Welt betrieben, darunter in den USA, Kanada, Australien sowie in Ägypten. Unter den ca. 100 pro Tag gedruckten Titeln sind Lehrbücher, im normalen Sortiment vergriffene Bücher, Ersatz-Exemplare für Bibliotheken, aber auch ganze Kleinauflagen für akademische Verlage. Bei der Präsentation der EBM 2.0 beschrieb Jason Epstein, Verleger und Mitgründer von On Demand Books die Vorzüge der Buchmaschine so: „The Espresso machine eliminates completely the Gutenberg supply chain by delivering a finished book from a selected digital file to the end user with no intervening steps: no inventory, no warehouse, no delivery cost, no spoilage and no returns.“

Die britische Buchhandels-Kette Blackwell will 60 Filialen mit der Espresso Book Machine ausstatten

Noch bis Ende Juli 2009 läuft der Testbetrieb für die EBM 2.0: eins von bisher drei Geräten steht in der Londoner Buchhandlung Blackwell. Wer sich mitten im Stadtzentrum von London auf diese Weise ein Buch drucken läßt, hat davon keinen finanziellen Vorteil: die Espresso-Bücher sind nicht nur identisch mit den Großauflagen aus klassischen Druckereien, sie haben auch den selben Preis. Dafür sind natürlich auch vergriffene Titel wieder lieferbar. Die Buchhandelskette Blackwell plant bereits die landesweite Aufstellung von weiteren EBMs in 60 Filialen. Für das Testgerät wurden 68.000 Pfund investiert. In der Serienfertigung sollen die Buchmaschinen allerdings nicht viel mehr kosten als ein High-End-Kopierer.