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For the Win (Cory Doctorow)

17 Apr 2013 Ansgar Warner 0 Kommentare

Hacker können die Welt verändern – Online-Spieler ebenfalls. Schon in „Little Brother“ konstruierte Cory Doctorow den Aufstand der Jugend rund um ein klandestines Netzwerk aus gecrackten X-Boxes. Als Helden seines Romans „For the Win“ wählte der Boing-Boing-Blogger und Digital-Rights-Aktivist dagegen professionelle Hardcore-Gamer aus der Online-Rollenspieler-Szene. Nicht gegen den Sicherheitsstaat begehren sie auf, sondern gegen die scheinbar allmächtige Unterhaltungsindustrie. Denn aus dem Spiel ist längst Ernst geworden. In der nahen Zukunft von „For the Win“ sind die virtuellen Ökonomien mancher Online-Spielewelten so bedeutsam wie die realen Volkswirtschaften ganzer Länder. In digitalen Sweatshops zwischen Mumbai und Shenzhen verdienen sich die jugendliche Tagelöhner ihr Geld mit „Gold Farming“: als Online-Avatare erwirtschaften sie virtuelle Güter, die sich an Spieler in den USA oder Europa verkaufen lassen. Das reicht zum Überleben, wenn auch als Working Poor. Anders als Fabrikarbeiter der Old Economy hat die globale Kaste der Berufsspieler jedoch einen Vorteil – die grenzenlose Vernetzung. Das Battle beginnt… Wie es sich für Cory Doctorow gehört, ist natürlich auch „For the Win“ unter Creative Commons lizensiert und kostenlos als E-Book erhältlich. Die gedruckte Fassung gibt’s als Paperback für 7,50 Euro.

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