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„Subscribe my thing“: Mit Flattr kann man Blogs jetzt auch abonnieren

6 Dez 2010 0 Kommentare

flattr-subscribe-abo-modell Das Abo-Modell macht beim Crowdfunding immer mehr Schule: auch Flattr ermöglicht es jetzt, einzelne Beiträge oder auch einen ganzen Blog regelmäßig mit kleinen Spenden zu bedenken, wahlweise für drei, sechs oder zwölf Monate. Für die Nutzer bedeutet das vor allem weniger Klickerei – und die Gewissheit, ihre Lieblingsblogs längerfristig unterstützen zu können. Anders als etwa Kachingle erfordert das Grundprinzip von Flattr aber auch weiterhin, interessante Blogbeiträge, Videos oder sonstige Inhalte („Things“) einzeln zu „flättern“.

Erst lesen, dann zahlen: Alternative Abo-Modelle gesucht

Paid Content breitet sich langsam, aber sicher im Internet aus. Immer mehr News-Seiten verschwinden hinter Paywalls – in Kürze sogar die New York Times. Deutsche Zeitungen versuchen zur Zeit vor allem, über kostenpflichtige Apps mehr Geld mit digitalen Inhalten zu erwirtschaften. Will man etwa die FAZ auf dem iPhone oder die FR auf dem iPad lesen, muss man zuvor das Portemonnaie zücken. Beim Crowdfunding geht’s andersherum: man liest, und nur wenn’s einem gefällt, zahlt man (vielleicht) etwas. Das funktioniert nicht nur bei Blogs wie E-Book-News, sondern auch im Pressebereich: Micropayment als alternatives Zahlungsmodell probieren zur Zeit etwa die taz oder der Freitag aus (via Flattr), genauso aber die Online-Ausgabe des Vorwärts (via Kachingle). Besonders populär ist in Deutschland der Crowdfunding-Service von Flattr – dank der neuen „Subscribe“-Funktion könnte daraus nun ein alternatives Abo-Modell werden.

Die Flattr-Subscriptions können jederzeit gekündigt werden

Flattr ermöglicht es jetzt nämlich, einzelne Beiträge oder auch einen ganzen Blog regelmäßig mit kleinen Spenden zu bedenken – wahlweise für drei, sechs oder zwölf Monate. Das Feature ist allerdings erst auf den zweiten Blick zu entdecken: wenn man einen Flattr-Button klickt, zählt der Counter nicht nur um einen Punkt weiter, der „Flattr“-Button ändert seinen Namen statt in „Flattred“ in „Subscribe“. Klickt man ihn nochmal an, bekommt man ein kleines Pop-Up-Menü mit dem Abo-Zeitraum zur Auswahl. Will man doch nicht abonnieren, kann man das Fenster einfach wieder schließen. Um bei den aktiven Abos die Übersicht zu behalten, wurde in der Listenansicht in unteren Hälfte des Dashboards ein weiterer Reiter eingefügt: „Subscriptions“. Neben dem jeweiligen Beitrag/Blog steht dort dann etwa die Info: „Will be flattred for the next 3 months“. Kündigen kann man hier auch – neben dem Mülltonnen-Icon steht da unmißverständlich: „Cancel subscription“.

Das Abo-Modell von Flattr macht Sinn für beide Seiten

Der Mindestbeitrag bei Flattr beträgt 2 Euro pro Monat – je nachdem, wie viele Flattr-Buttons man monatlich anklickt, sind die einzelnen Klicks für die geflatterten Seiten mehr oder weniger wert. Bei der US-Konkurrenz Kachingle gehörte eine Art von Abo-Prinzip von Anfang an zum Konzept hinzu: sobald man per Mausklick auf den Kachingle-Button zu den Unterstützern einer bestimmten Site wird, werden alle Besuche automatisch gezählt, und vom monatlichen Mitgliedsbeitrag geht dann der entsprechende Anteil auf das Konto der „kachingleten“ Adresse. Während einer „friendly takeover“-Aktion funktionierte Kachingle mit einem speziellen Browser-Plugin sogar bei den populären Blogs der New York Times. Aus juristischen Gründen wurde dieses Projekt dann allerdings wieder gestoppt. Das Kachingle-Prinzip war bisher auf jeden Fall aber weniger anstrengend als bei Flattr – dort musste man ja jeden Monat wieder ein paar neue „Things“ entdecken und anklicken. Gerade bei Blogs, die man regelmäßig besucht, macht das Abo-Modell für die Flattr-Community wohl auf jeden Fall Sinn – für beide Seiten.

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