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Flatrate-Blase geplatzt: Scribd beendet “All you can read”-Angebot

18 Feb 2016 0 Kommentare

scribd-beendet-lese-flatrateNun hat es also auch Scribd erwischt. Anders als Lese-Flatrate-Pionier Oyster wird das “Youtube für Texte” zwar nicht von Google geschluckt, sondern als Webplattform auch weiterhin existieren. Mit der E-Book-Flatrate allerdings ist nach letzten Anpassungsversuchen jetzt endgültig Schluss: die zahlenden Mitglieder können ab März nur noch drei E-Books und ein Audio pro Monat aus einer begrenzten Bestseller-Bibliothek lesen, außerdem gibt es “unbegrenzten” Zugang zu einer limitierten, “rotierenden Sammlung” handverlesener Buchempfehlungen der Scribd-Redaktion. Die monatliche Mitgliedsgebühr beträgt auch weiterhin 8.99 Dollar.

“We’ve worked hard to strike the right balance between providing our members with high-quality books and achieving long-term sustainability”, heißt es auf dem Scribd-Blog. Mit anderen Worten: einer Horde von lektürehungrigen Viellesern zu einem begrenzten Preis unbegrenzten Zugang zu bieten, gleichzeitig aber den Verlagen bzw. Autoren für jeden auch nur zu 10 Prozent angelesenen Titel den vollen Handelspreis zu erstatten, lohnt sich nicht. Betroffen sind vom Ende der echten E-Book-Flatrate laut Scribd angeblich “nur 3 Prozent” der zahlenden Mitglieder.

War “All you can read” also nur ein mittelfristiger Irrweg für die Book People? Nein, Nate Hoffelder (The Digital Reader) hat wohl recht: E-Books im Abo sind nicht tot, aber die Blase ist endgültig geplatzt (“subscription ebooks aren’t completely dead, but the bubble has burst”). Und wie so oft heißt in der Buchbranche der globale Gewinner: Amazon. Obwohl mit “Kindle Unlimited” Mitte 2014 deutlich später eingestiegen als alle anderen, wird der internationale Markt in Sachen Lese-Flatrate nun von Jeff Bezos beherrscht.

Ob der Service made in Seattle jetzt schon Gewinne abwirft, ist eine ganz andere Frage — aber einer besucherstarken Plattform wie Amazon ist zuzutrauen, am Ende die Quadratur des Flatratekreises zu schaffen: eine sehr große Zahl an Abonnenten zu gewinnen, unter denen die Horde der Vielleser dann nur einen vergleichweise geringen Anteil ausmacht, der die Profite nicht gefährdet. Spannend bleibt zuletzt auch der deutsche Markt: hier startete Kindle Unlimited noch etwas später, und es gibt bis auf weiteres starke Mitbewerber, siehe etwa Skoobe oder Readfy.

(via The Digital Reader & Scribd)

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