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Piratebay? Nasjonalbiblioteket! Kultur-Flatrate à la norvégienne

13 Dez 2013

Oft hat man ja den Eindruck, es gibt nur zwei Wege zur Kulturflatrate: entweder Google scannt alle Bücher, oder man überlässt die Aufgabe den Piraten. In kleineren Ländern mit eher überschaubaren Beständen gibt’s aber einen dritten Weg: man scannt einfach ganz offiziell alles selbst, finanziert mit öffentlichen Mitteln. So machen es jetzt auch die Norweger, bis Mitte 2020 sollen alle norwegischen Bücher digitalisiert sein, auch die modernen Bestände. Verantwortlich für dieses Projekt ist die „Nasjonalbiblioteket“, also die norwegische Nationalbibliothek.

Zu deren Aufgaben gehört nicht nur die Bewahrung des kulturellen Erbes, sondern auch die Zugänglichmachung. Am Ende wird so etwas wie die skandinavische Version der Kulturflatrate stehen – denn jeder User mit norwegischer IP-Adresse soll die Werke so weit es geht kostenlos online lesen können. Die Nationalbibliothek schließt zu diesem Zweck Vereinbarungen mit den Rechteinhabern. Gemeinfreie Klassiker soll man auch direkt downloaden können. Innerhalb der Nasjonalbiblioteket-Standorte wird der gesamte Bestand auch digital genutzt werden können.

Das schwedische Konkurrenzprojekt The Piratebay kämpft derweil mit zahlreichen Problemen, obwohl es eigentlich nichts anderes im Schilde führt die Kulturflatrate, wenn auch weltweit und ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Die Gründer der vor knapp zehn Jahren gestarteten Filesharing-Plattform wurden in erster Instanz zu Haftstrafen und Schadensersatz verurteilt, einige von ihnen sind ins Ausland geflüchtet. Die Daten sind ebenfalls ständig unterwegs – inklusive norwegischer Klassiker und Bestseller. Die Piratebay-Server stehen nach Stationen in Grönland, Island und St. Martin inzwischen offenbar in Peru. Passt auch wieder. Das Nachbarland Ecuador „hostet“ ja derzeit in seiner Londoner Dependance auch den Daten-Leaker Julian Assange.

(via The Atlantic)