Fix&Foxi wird (wieder) eingestellt: Multimedialer Neustart scheitert nach 12 Ausgaben

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Fix&Foxi ist endgültig fix&fertig: Das Weihnachtsheft vom 5.12. wird das letzte bleiben. Ein Jahr nach dem parallelen Relaunch der Heftserie im Print und als E-Comic zog der Berliner Verlag New Ground Publishing den Stecker. Auf iPhone und iPad konnte man die schlauen Füchse sogar DRM-frei lesen, ein digitales Archiv machte klassische Hefte online zugänglich. Doch trotz Multimedia-Ansatz war das Projekt offenbar nicht rentabel – die Auflage sank zum Schluß unter 10.000 pro Monat. Die Website Fix&Foxi.de wird aber wohl auch weiterhin zugänglich sein.

Fuchsenhausen war schon länger eine Shrinking City

Lange Zeit galt Fix&Foxi als erfolgreichste Antwort auf Micky Maus & Donald Duck – doch spätestens seit den Achtziger Jahren gehörte Fuchsenhausen zu den Shrinking Cities. Von Auflagen im Bereich 400.000 plus waren die Zahlen auf 10.000 geschrumpft. Im Sommer 2009 wurde die Heft-Serie eingestellt, doch dann gab es Anfang 2010 einen spektakulären Relaunch: der Berliner Verlag New Ground Publishing brachte die beiden schlauen Füchse sogar auf die Displays von Laptops, Smartphones und E-Reader. Durch den Verzicht auf hartes DRM zugunsten des digitalen Wasserzeichens war die Lektüre problemlos auf allen Geräten möglich, die PDF- oder epub-Formate öffnen können. Auf der Fix&Foxi-Website konnten sich die Fans mit allen Finessen der Social-Media-Technik austauschen. Im Gegensatz zur wöchentlich erscheinenden Micky Maus machten sich Fix&Foxi im realen Leben allerdings etwas rar – „Fix-und-Foxi“-Tag war nur noch einmal pro Monat. Nun ist nach 12 Ausgaben schon wieder Schluss. Der Lizenznehmer New Ground Publishing habe die Rechte zum Ende des Jahres wieder zurückgegeben, teilte Pressesprecher Mario Pamp kurz vor Weihnachten mit. Die Nachricht kam überraschend, aber wohl nicht ohne Grund. Wie der Berliner Tagesspiegel erfahren haben will, sei das Projekt „nicht rentabel genug“ gewesen.

Finale Weihnachtsausgabe dürfte zum Sammlerobjekt werden

Zum neuen Konzept gehörte ein Themenschwerpunkt für jede Ausgabe: Im Wissensteil der Dezemberausgabe gab es beispielsweise Informationen über weihnachtliche Traditionen, dazu ein „Zoo Spezial“ zum Zoologischen Garten in Dresden sowie Back-Tipps für Kürbis-Plätzchen. Wichtige Ereignisse des Jahres baute Texter Tim Born in die aktuellen Stories mit ein. So tauchten im Verlauf des Jahres 2010 etwa der Karneval oder die Fußball-Weltmeisterschaft in den bunten Bildergeschichten auf. Auch medial gingen Fix&Foxi mit der Zeit: kam in den Heften der 80-er Jahre noch ein Plattenspieler vor, sah man die Füchse jetzt mit einem iPhone telefonieren. Wie bei der Konkurrenz von Mick Maus & Co. setzte man bei Fix&Foxi auch auf Gimmicks – die gab’s natürlich nur im gedruckten Heft. Am Kiosk konnte man Fix&Foxi für 2,95 Euro kaufen, die PDF- oder epub-Version ließ sich für 1,95 Euro herunterladen. Klassische Hefte aus dem Online-Archiv kosteten 99 Cent. Die finale Weihnachtsausgabe vom Dezember 2010 wird nun wohl zu einer Rarität für Sammler werden – die Printversion soll nur noch 6000 Exemplare umfasst haben.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".