Fix&Foxi sind wieder da – statt am Kiosk aber nur via iBookStore erhältlich

Von wegen fix und fertig: Fix & Foxi sind wieder da – ab heute kann man im iBook-Store die Abenteuer der Zwillingsfüchse wieder käuflich erwerben. Der Schweizer Digitus Verlag bringt nämlich klassische Geschichten von den 50er bis 90er Jahren in digitaler Form neu heraus: „Wir dürfen auf das umfangreiche Archiv der Promedia Inc. zurückgreifen und werden in einem ersten Schritt das vorhandene Material aufbereiten und verschiedene Formate wie Film und Musik mit den e-Books kombinieren“, so Inhaber und Verleger Laurent Gachnang. Neben E-Comic-Versionen im Epub-Format ist auch eine App für iPhone und iPad in Planung. Neue Folgen sind auch angedacht, doch vorher will Digitus erst einmal die Resonanz abwarten. Am Kiosik in Papierform wird man Fix&Foxi aber wohl auch in Zukunft nicht mehr bekommen – aus Kostengründen gilt: „Online only“.

Fuchsenhausen als Shrinking City

Zwei Versuche, die Serie wiederzubeleben, waren in den letzten Jahren bereits gescheitert. Die Insolvenz des Hamburger Tiger Press Verlages hatte 2009 auch die wöchentlich erscheinende Heftserie Fix&Foxi in den Orkus der Finanzkrise gerissen. Doch 2010 waren die schlauen Füchse in Latzhosen plötzlich wieder da – diesmal in Zusammenarbeit mit dem Berliner Partner New Ground Publishing, allerdings nur in monatlicher Erscheinungsweise. Der neue Anlauf setzte parallel zum Papier auf das Potential der digitalen Medien. Sogar auf iPhone, iPod Touch oder Sonys Playstation konnte man Fix und Foxi plötzlich Lesen (siehe den E-Book-News-Bericht vom Januar 2010).

Mediale Doppelstrategie schon einmal gescheitert

Über die Webseite fixundfoxi.de ließen sich nicht nur die neuen Hefte im PDF-Format herunterladen, auch klassische Hefte wurden nach und nach digital zugänglich. Statt DRM setzte man dabei auf das für die Leser weit komfortablere digitale Wasserzeichen. Doch auch die Papierversion wurde deutlich aufgepeppt – mit Gimmicks und einem Info-Teil zum jeweiligen Heftthema. Die neu konzipierte Serie konnte sich am Markt jedoch nicht durchsetzen. Gestartet im Januar 2010 mit einer Auflage von 55.000, zählte die finale Weihnachtsausgabe 2010 nur noch schlappe 6000 Druckexemplare. Trotz der medialen Doppelstrategie vermochten Fix & Foxi offenbar bei der zentralen Zielgruppe Kinder und Jugendliche nicht mehr ausreichend zu punkten.

Abb.: Digitus Verlag

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".