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Firefox Phone im Test: Mobile Lektüre im Zeichen des Feuerfuchses

18 Nov 2013

Für die Firefox-Community geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung – der Open-Source-Browser hat den Sprung zum mobilen Betriebssystem geschafft. Als erstes deutsches Smartphone im Zeichen des Feuerfuchses ging Mitte Oktober das „Alcatel One Touch Fire“ an den Start, derzeit exklusiv über die Telekom-Tochter Congstar erhältlich. Auf dem Firefox-Phone findet man zwar einen regulären Desktop mit Anwendungs-Icons, doch letztlich handelt es sich um Web-Apps, die rein technisch gesehen im Browser laufen. Das Look-and-Feel unterscheidet sich bei Firefox OS aber nicht von iOS- oder Android-Apps, dank Cache-Funktion stehen viele Features auch offline zur Verfügung, darunter die E-Book-Lektüre. Mit an Bord des Firefox-Phones sind bereits zahlreiche nützliche Anwendungen wie Kalender, E-Mail, Taschenrechner oder Youtube- und Wikipedia-Client. Über den unabhängigen Firefox Marketplace stehen viele weitere kostenlose Apps zum Download zur Verfügung – darunter die populäre E-Lese-App epubReader von Michael Volz.

Erstes Firefox Phone ist ein Low-Cost-Gerät

Lieferbar ist das Firefox-Smartphone in zwei Versionen – weiß/orange und weiß/grün, sowohl mit Prepaid-Karte (ab 99 Euro) oder mit Vertragsbindung (ab 89 Euro). Technisch darf das Gerät mit 1 Ghz-Prozessor, 512 MB Speicher und einer Display-Auflösung von 320×480 Pixeln eher als unterer Durchschnitt gelten – für ein Low-Cost-Smartphone stimmt das Preis-Leistungsverhältnis aber, wenn man akzeptiert, dass die Performance eben nicht ganz so perfekt ist wie auf einem High-End-Gerät. Viel wichtiger als das aktuelle Smartphone, auf dem Firefox OS läuft, ist ja überhaupt die Botschaft: wenn Open-Source-Browser, Smartphone und ein experimentierfreudiger Mobilfunkbetreiber wie die Telekom zusammenkommen, ergibt das schon heute ein vermarktungsfähiges Produkt.

Verstecken vor anderen Low-Cost-Phones muss sich das Firefox Phone jedenfalls nicht. Zur Ausstattung gehören neben WLAN- und Bluetooth-Schnittstelle auch eine GPS-Antenne sowie ein UKW-Radio (als Dipol-Antenne dient der mitgelieferte Kopfhörer). Eine eher mittelmäßige 3,2 Megapixel-Kamera wurde ebenfalls verbaut. Zum Aufladen des Akkus dient vorbildlicherweise der Mikro-USB-Port, Kabel sowie Steckdosenadapter gehören zum Lieferumfang. Im Lieferzustand ist das Firefox-Phone mit einer 2 GB-Mikro-SD-Karte bestückt, über den besagten Mikro-USB-Port lassen sich zwischen Firefox-Phone und PC Daten ganz einfach austauschen, und etwa E-Book, Musik- oder Filmdateien auf das Gerät laden.

Funktional kaum Unterschiede zu Android oder iOS

Schon beim Start des Smartphones grüßt der Firefox mit brennendem Schweif – und kehrt als Hintergrundbild auf dem Desktop wieder. Die Icons der Standard-Apps sind rund, passend zum offiziellen Firefox-Logo. Die grundsätzlichen Funktionen im Umgang mit Apps und Einstellungen unterscheiden sich nicht von iOS oder Android, Umsteiger sollten also keine Probleme haben, sich auf dem Touch-Screen zurechtzufinden. Mit an Bord ist natürlich auch ein mobiler Firefox-Browser, den man tatsächlich zum Browsen im Web nutzt. Als Homebutton dient beim Firefox-Phone eine Sensor-Fläche unter dem Display, die mit einem kleinen Kreis gekennzeichnet ist.

Firefox Marketplace noch eher überschaubar

Das App-Angebot im Firefox-Marketplace macht derzeit noch eher einen überschaubaren Eindruck, manche populäre Dienste wie Twitter, Facebook, Youtube oder WhatsApp sind schon verfügbar, andere wie etwa DropBox fehlen noch. Auch in Sachen elektronischer Lektüre muss man wohl noch etwas abwarten, die großen E-Book-Portale sind noch nicht präsent, aktueller News-Content beschränkt sich auf wenige englische Apps von NYTimes, TIME und Wired. Trotzdem steht zumindest der Lektüre von epubs nichts im Weg – dafür sorgt die epubReader-App, die man auch bisher schon via Firefox-Browser nutzen konnte.

Auf dem Weg zum Firefox-Reader & Tablet

Erlaubt man der epubReader-App nach der Installation den Zugang zur SD-Karte, wird das Firefox-Phone zum mobilen Lesegerät. Der Funktionsumfang ist allerdings beschränkt – mehr als Lesezeichen setzen und die Schriftgröße verändern kann man nicht. Wer möchte, kann auf dem Firefox-Phone über die virtuelle Tastatur sogar Texte produzieren, etwa mit der Notizblock-App Firetext. Eins ist natürlich klar: Wirklich mithalten kann Firefox OS mit dem App-Universum von iOS oder Android noch nicht – doch die Entwickler-Community wird bald für Nachschub im Marketplace sorgen, und den Gebrauchswert dieser ersten wirklich freien OS-Alternative für Smartphones ( perspektivisch auch für Tablets & E-Reader) deutlich erhöhen.

Firefox Phone (Alcatel One Touch Fire)


Display

3,5 Zoll LED-Touchscreen, 320 x480 Pixel

Gewicht

122 Gramm

Schnittstellen

3G, WLAN, Mikro-USB, SD-Kartenslot, Kopfhörerbuchse

Speicher

256 GB intern, max. 32 GB extern

E-Book-Formate

epub (via epubReader)

Zus. Features

UKW-Radio, GPS-Sensor, Kamera, Externer Lautsprecher

Preis

ab 90 Euro (z.Zt. exklusiv via Congstar)