Fire-Tablet bereits gehackt: Rooting-Tool „SuperOneClick“ macht’s möglich

Kaum war Amazons neues Fire-Tablet ausgeliefert, da gab es auch den ersten Hack: mit dem „SuperOneClick“-Tool lässt sich die normale Benutzeroberfläche überschreiben. Das Fire läuft zwar auf Android 2.3-Basis, doch sind die normalen Funktionen stark eingeschränkt. Vor allem gibt’s keinen direkten Zugang zum Android Marketplace. Installieren lassen sich somit nur Apps, die zuvor Amazons Qualitätskontrolle durchlaufen haben. Durch den Fire-Hack kann prinzipiell nun eine völlig offene Version von Googles mobilem Betriebssystem eingespielt werden – sobald die „Modder“-Szene eine auf dem Tablet lauffähige Version zusammengebaut hat.

„Glücksfall für die Modding-Community“

Gadget-Experte Sascha Pallenberg hält nicht umsonst das Kindle Fire bereis als „echten Glücksfall für die Modding-Community“. In der einschlägigen Szene sei das Gerät bereits seit langem herbeigesehnt worden. Erste Root-Images auf Grundlage von Android 2.3 erwartet der Gründer von Netbooknews bereits bis Ende des Jahres. Dem kommerziellen Erfolg des Amazon-Tablet dürfte das Friendly takeover durch alternative Betriebssysteme allerdings kaum schmälern, so Pallenberg gegenüber pressetext: „Der Anteil der Nutzer, die das Fire mit einem Custom-ROM ausstatten werden, dürfte im einstelligen Prozentbereich liegen. Der Durchschnitts-User wird dem Amazon-Ökosystem treu bleiben und das weiß man dort auch“.

Vorbild ist der Hack des Nook Color

Vorbild für den Fire-Hack ist das Nook Color von Amazon-Konkurrent Barnes&Noble, das schon im Herbst 2010 kurz nach der Markteinführung von Android-Enthusiasten ganz einfach via SD-Kartenslot gerootet werden wurde. Dadurch ließ sich beispielsweise die Kindle-App auf das Gerät herunterladen. Um umgekehrt die Nook-App auf das Kindle Fire zu bringen, muss man allerdings nicht gleich auf Tabula rasa in Sachen Betriebssystem setzen. Auf Mashable wurde gestern ein simpler Work-Around veröffentlicht, für den lediglich eine Einstellung im Konfigurationsmenü geändert werden muss („Allow Installation of Applications From Unknown Sources“). Ganz so abgeschottet wie erwartet ist das Kindle Fire also offenbar doch nicht.

Veröffentlicht von

Ansgar Warner

Ansgar Warner arbeitet als freier Autor im Medienbüro Mitte (Berlin). Neben diversen Brotarbeiten für Presse & Rundfunk bloggt er hier rund um's Thema Elektronisches Lesen. Die spannende (Vor-)Geschichte der elektronischen Bücher erzählt Ansgar in "Vom Buch zum Byte". Praktische Infos für Autoren, Verleger & alle E-Reading-Interessierten vermittelt das "e-book & e-reader abc".